Baukrise in Deutschland: Zementverbrauch auf Rekordtief seit dem Zweiten Weltkrieg
Paula GumprichBaukrise in Deutschland: Zementverbrauch auf Rekordtief seit dem Zweiten Weltkrieg
Deutschlands Bausektor steht vor schweren Herausforderungen. Der Zementverbrauch ist auf das Niveau von vor dem Zweiten Weltkrieg gesunken, und der Wohnungsbau bleibt trotz eines leichten Anstiegs der Baugenehmigungen auf niedrigem Niveau.
Hohe Zinsen und steigende Baukosten haben den privaten Wohnungsbau ausgebremst. Auch öffentliche Infrastrukturprojekte und Investitionen in Gewerbe- und Büroimmobilien sind rückläufig. Zwar wurden staatliche Mittel für die Infrastruktur bereitgestellt, doch eine Belebung der Aktivitäten lässt weiterhin auf sich warten.
Dominik von Achten, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg Materials, spricht von einer „voll entwickelten Rezession“ im Baustoffsektor. Der Zementverbrauch liegt derzeit etwa 30 Prozent unter dem Wert von 2020. Ähnliche Trends zeigen sich in anderen europäischen Ländern, darunter Frankreich.
Ein Anstieg der Baugenehmigungen um 10 Prozent deutet auf eine leichte Besserung hin. Mit einer spürbaren Zunahme der Bautätigkeit wird jedoch frühestens in der zweiten Jahreshälfte gerechnet. Die Branche wartet nun auf die Wirkung der staatlichen Fördergelder, um die Aktivität wiederzubeleben. Der Zementverbrauch bleibt historisch niedrig, und die Bauwirtschaft kämpft weiterhin mit Schwierigkeiten. Eine Erholung hängt maßgeblich von der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung und der politischen Unterstützung ab.
