Atomausstieg 2011: Warum Deutschland keine neuen Kohlekraftwerke mehr baut
Paula GumprichAtomausstieg 2011: Warum Deutschland keine neuen Kohlekraftwerke mehr baut
Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie 2011 hat Fragen zur Abhängigkeit von Kohle aufgeworfen. Während einige einen Boom beim Bau neuer Kohlekraftwerke befürchteten, zeigen aktuelle Daten einen anderen Trend: Seit dem Atomausstieg wurden keine neuen Kohleprojekte vorangetrieben – im Gegenteil, mehrere wurden komplett gestrichen.
Noch vor 2009 waren in Deutschland zehn neue Kohlekraftwerke im Bau, das jüngste Projekt startete in jenem Jahr. Die beiden letzten Anlagen erhielten ihre Genehmigungen 2005 und 2006 – ein Spiegel früherer Energiepolitik. Seit 2009 jedoch wurde kein einziges neues Kohlekraftwerk mehr genehmigt.
Seit dem Atomausstieg 2011 wurden sechs geplante Kohlekraftwerke abgesagt. Der Bau einer solchen Anlage dauert in der Regel fünf Jahre, sodass mögliche Reaktionen auf den Kernenergie-Ausstieg erst ab 2016 sichtbar geworden wären. Doch angesichts der aktuellen Energiepreise ruhen alle konventionellen Kohleprojekte weiterhin.
Energieforscher wie Craig Morris haben die Behauptungen zur deutschen Energiewende untersucht. Seine Erkenntnisse bestätigen: Seit 2011 wurde kein einziges neues Kohlekraftwerk gebaut. Stattdessen setzt das Land zunehmend auf Erdgas und erneuerbare Energien – besonders, wenn der Emissionshandel ambitionierter wird.
Die deutsche Kohlebranche steht vor wirtschaftlicher Unsicherheit. Ohne neue Genehmigungen seit 2009 und bei unrentablen Bestandsprojekten sieht die Zukunft der Kohleverstromung düster aus. Die Energiewende scheint klar auf Gas und Erneuerbare zu setzen – und nicht auf eine Rückkehr zur Kohle.






