Zwei Jugendliche fliehen über Stromgleise – Bahnverkehr in Rastatt lahmgelegt
H.-Dieter ReuterZwei Jugendliche fliehen über Stromgleise – Bahnverkehr in Rastatt lahmgelegt
Bundespolizei in Rastatt nimmt zwei rumänische Staatsbürger nach Vorfall in gesperrtem Bahnbereich fest
Die Bundespolizei in Rastatt hat zwei Rumänen im Alter von 18 und 17 Jahren festgenommen, nachdem sie in einem nicht öffentlich zugänglichen Gleisbereich gesichtet worden waren. Die beiden wurden in der Nähe eines Bahnhofsunterführungsbereichs in Rastatt entdeckt, flüchteten jedoch über die Gleisanlagen. Ihr Verhalten führte zu einer vorübergehenden Sperrung der Strecke für Sicherheitsüberprüfungen.
Der Vorfall begann, als Streifenbeamte die beiden Personen in der Unterführung des Rastatter Bahnhofs bemerkten. Bei der Annäherung der Polizei ergriffen die Männer die Flucht, kletterten auf einen abgestellten Autotransportzug und überquerten die unter Strom stehenden Gleise. Ein Zeuge bestätigte, zur fraglichen Zeit mehrere Jugendliche in dem Bereich beobachtet zu haben.
Beide wurden kurz darauf von Landes- und Bundesbeamten gestellt. Der 17-Jährige beleidigte die Polizisten bei der Wegführung vom Bahnhof verbal, woraufhin ein zusätzliches Verfahren wegen Beleidigung von Vollstreckungsbeamten eingeleitet wurde. Der Minderjährige wurde nach einer Risikoaufklärungsmaßnahme durch die Behörden an seine gesetzlichen Vertreter übergeben.
Wegen der von ihrem Handeln ausgehenden Gefahr wurden die Oberleitungen – die mit 15.000 Volt unter Spannung stehen – vorsorglich geerdet. Die Gleise blieben bis zum Abschluss der Sicherheitsüberprüfungen gesperrt. Das Betreten von Wagen in solchen Bereichen ist äußerst gefährlich, da sich selbst ohne direkten Kontakt Lichtbögen bilden können, die tödliche Verletzungen verursachen können.
Den beiden drohen nun Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen unbefugten Betretens des Bahnbereichs. Zwar liegen keine genauen Zahlen zu gefährlichen Mutproben auf deutschen Schienennetzen im vergangenen Jahr vor, doch Bundesstatistiken verzeichnen allein für 2025 insgesamt 321 versuchte Sabotageakte an Verkehrs- und Energienetzen.
Das rücksichtslose Verhalten der beiden störte den Bahnbetrieb und machte Notfall-Sicherheitsmaßnahmen erforderlich. Beide müssen nun mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, wobei gegen den jüngeren der beiden zusätzlich ein Verfahren wegen Beleidigung läuft. Die Behörden warnten erneut vor den tödlichen Risiken, die mit dem unbefugten Zutritt zu Bahnanlagen verbunden sind.






