01 May 2026, 06:21

Zahnärzte fürchten um ihre Rente nach riskanten Kassen-Investitionen

Ein Kreuzworträtsel mit den Wörtern "Verlust" und "Risiko" auf einem Zeitungsblatt voller Text und Zahlen.

Zahnärzte fürchten um ihre Rente nach riskanten Kassen-Investitionen

Rund 11.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen blicken besorgt in ihre rentenrechtliche Zukunft. Die Krise ist Folge riskanter Investitionen ihrer Versorgungskasse, die nach Angaben die Hälfte ihres Gesamtvermögens verloren hat. Nun ist ein Rechtsstreit um die Abberufung des früheren Kassenchefs entbrannt.

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Die Probleme der Zahnärzteversorgung verschärften sich, nachdem ihr Versicherungspartner Element Insolvenz anmelden musste. Auch andere Anlagen brachen ein, sodass die Kasse in eine schwere Finanzkrise geriet. Dennoch wies der frühere Vorsitzende des Verwaltungsausschusses jede Schuld von sich. Er betonte, jede Anlageentscheidung sei in einem mehrstufigen, fachlich abgesicherten Verfahren getroffen worden.

Das Berliner Senatressort für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege hatte die Abberufung zunächst für rechtswidrig erklärt, jedoch keine weiteren Konsequenzen gezogen. Der Fall landete vor dem Verwaltungsgericht Berlin, das urteilte, ein Vertrauensverlust in die Führung könne die Absetzung rechtfertigen. Das Gericht zog einen Vergleich zu einem Misstrauensvotum – ein demokratisches Prinzip.

Die Versorgungskasse funktioniert nach einem Modell der Selbstverwaltung, bei dem Entscheidungen nicht zwingend auf fachlicher Expertise oder enger Branchenbindung beruhen. Für eine Abberufung ist eine Zweidrittelmehrheit der Vertreterversammlung nötig. Der im April abberufene Aufsichtsratsvorsitzende klagt nun gegen die Entscheidung.

Die Verluste der Kasse lassen Tausende Zahnärztinnen und Zahnärzte um ihre finanzielle Absicherung bangen. Der Rechtsstreit um die Abberufung des früheren Chefs bleibt vorerst ungelöst. Unterdessen hat die Versorgungskasse weiterhin mit den Folgen ihrer hochriskanten Anlagestrategie zu kämpfen.

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