Wolfsburgs Da-Vinci-Schule streicht fast alle italienisch-deutschen Klassen – Protest wächst
Harry GirschnerWolfsburgs Da-Vinci-Schule streicht fast alle italienisch-deutschen Klassen – Protest wächst
Wolfsburgs Leonardo-da-Vinci-Schule steht vor Veränderungen ihres zweisprachigen Deutsch-Italienisch-Programms. Die jüngste Schulplanung der Stadt zeigt, dass dieser Zweig als einziger unter 70 Prozent Auslastung liegt. Nun wollen die Verantwortlichen das Angebot kürzen – im kommenden Schuljahr soll nur noch eine bilingualer Klasse übrig bleiben.
Die Entscheidung hat Protest ausgelöst: Innerhalb von nur vier Tagen unterzeichneten über 550 Menschen eine Online-Petition zur Rettung des Programms.
Der zweisprachige Zug an der Leonardo-da-Vinci-Grund- und Oberschule ist seit Langem ein wichtiger Bestandteil der italienischen Gemeinschaft in Wolfsburg. Seit den 1960er-Jahren sind mehr als 60.000 Italiener in die Stadt gezogen und haben ihr kulturelles und bildungspolitisches Gesicht geprägt. Das Programm spiegelt diese Geschichte wider und bietet Unterricht auf Deutsch und Italienisch.
Doch der aktuelle Schulentwicklungsbericht der Stadt belegt: Während alle anderen bilingualen Angebote in Wolfsburg eine Auslastung von über 70 Prozent erreichen, bleibt dieser Zug darunter. Daher planen die Behörden, das Angebot auf eine einzige Klasse zu reduzieren. Eltern und Lehrkräfte argumentieren jedoch, dass zweisprachiger Unterricht – besonders in den frühen Schuljahren – klare Vorteile bietet und erhalten bleiben sollte.
Die an die Stadtverwaltung und Schulbehörden gerichtete Petition fordert, dass ab der fünften Klasse zwei italienische bilinguale Klassen fortbestehen. Die Unterzeichner hoffen, dass die starke Resonanz die Verantwortlichen zum Umdenken bewegt.
Das rasante Wachstum der Petition unterstreicht die Bedeutung des Programms für die Gemeinschaft. Sollten die Kürzungen wie geplant umgesetzt werden, bleibt im nächsten Schuljahr nur eine einzige bilingualer Klasse übrig. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der Stadt und den Schulbehörden.






