03 April 2026, 12:26

Warum deutsche Firmen zögern, ihre IT-Sicherheit in EU-Rechenzentren zu verlagern

Eine lange Reihe von Servern in einem Rechenzentrum mit elektronischen Geräten in Gestellen und Anzeigelampen oben.

Warum deutsche Firmen zögern, ihre IT-Sicherheit in EU-Rechenzentren zu verlagern

Deutsche Unternehmen verlagern ihre IT-Sicherheit nur zögernd in lokale oder EU-basierte Rechenzentren – trotz wachsender Bedenken hinsichtlich Kosten und Sicherheitsrisiken. Eine aktuelle Umfrage vom April 2025 zeigt, dass erst 18 Prozent der Unternehmen den Umzug abgeschlossen haben. Vorreiter sind dabei die Fertigungsindustrie und der Finanzsektor.

Die Studie des Sicherheitsanbieters ESET offenbart eine zurückhaltende Haltung deutscher Firmen: Zwar vertrauen mittlerweile 44 Prozent auf EU-Anbieter für ihre IT-Sicherheit, doch die tatsächliche Abwanderung bleibt gering. Besonders aktiv sind der Produktionssektor (28 Prozent) und Finanzdienstleister (25 Prozent), die den Wechsel vorantreiben.

Kosten und Stabilität sind entscheidende Faktoren. Hyperscaler wie Amazon, Google und Microsoft locken kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oft mit günstigen Einstiegspreisen. Doch unvorhersehbare Nutzungsgebühren können die Betriebskosten bei wachsenden Datenmengen schnell in die Höhe treiben. Lokale Rechenzentren hingegen bieten feste Langzeitpreise und maßgeschneiderte Lösungen, die auf individuelle Anforderungen zugeschnitten sind.

Sicherheit und Compliance erhöhen den Druck weiter. Die Speicherung sensibler Daten bei Hyperscalern birgt Risiken durch Cyberangriffe, Spionage und geopolitische Spannungen. Lokale Anbieter, oft mit öffentlicher Beteiligung, betonen langfristige Investitionssicherheit und stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Zudem garantieren sie die Einhaltung strenger EU-Datenschutzvorschriften, an denen Hyperscaler mitunter scheitern. Ein weiteres Problem ist der physische Zugang: Während lokale Rechenzentren eine Vor-Ort-Verwaltung kritischer IT-Infrastruktur ermöglichen, schränken Hyperscaler dies häufig ein.

Auch die Energieeffizienz spielt eine Rolle. Sowohl Hyperscaler als auch deutsche Rechenzentren müssen sich an verschärfte EU-Vorgaben anpassen und ihre Nachhaltigkeit verbessern. Telemaxx Telekommunikation verzeichnet eine spürbare Trendwende bei KMU – angetrieben durch politische Instabilität und den Wunsch nach mehr Kontrolle über die eigene Dateninfrastruktur.

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Trotz klarer Vorteile in puncto Kostenplanung, Sicherheit und Compliance vollzieht sich die Migration zu lokalen oder EU-basierten Rechenzentren nur schrittweise. Mit gerade einmal einem Fünftel der Unternehmen, die den Wechsel bereits geschafft haben, deutet sich eine zunehmende, aber noch vorsichtige Präferenz für regionale Lösungen an – auf Kosten der globalen Hyperscaler.

Quelle