02 April 2026, 08:22

Volocopter vor der Pleite: Geely will Flugtaxi-Pionier mit Rettungsdeal übernehmen

Orangefarbenes Elektroauto in einer Ausstellungshalle umgeben von Menschen, mit Stühlen und einem Wagen rechts und Geschäften und Schildern im Hintergrund.

Volocopter vor der Pleite: Geely will Flugtaxi-Pionier mit Rettungsdeal übernehmen

Deutscher Lufttaxi-Entwickler Volocopter steckt in schweren finanziellen Schwierigkeiten und könnte bald Insolvenz anmelden müssen. Das in Bruchsal ansässige Unternehmen arbeitet seit Jahren an elektrischen Flugtaxis für den urbanen und touristischen Einsatz. Nun springt der chinesische Mischkonzern Geely mit einem möglichen Rettungsdeal ein.

Laut Berichten führt Geely ein Konsortium an, das frisches Kapital in das angeschlagene Unternehmen pumpen soll. Die Verhandlungen befinden sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, bei dem die Gruppe eine Mehrheitsbeteiligung an Volocopter erwerben könnte.

Volocopter hatte große Hoffnungen in seine elektrischen Senkrechtstarter (eVTOL) gesetzt, die als Flugtaxis dienen sollten. Ursprünglich plante das Unternehmen, während der Olympischen Spiele in Paris kommerzielle Dienstleistungen zu starten. Doch es blieben lediglich Demonstrationsflüge – ein regulärer Passagierbetrieb kam nicht zustande.

Der scheidende Vorstandsvorsitzende Dirk Hoke kritisierte kürzlich die deutsche Regierung, weil diese dem Unternehmen nicht ausreichend Unterstützung gewährt habe. Zwar hat die Bundesregierung selbst keine direkten Maßnahmen ergriffen, doch Volocopter erhält Rückendeckung von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Die Behörde ist für die Zulassung von eVTOL-Flugzeugen im kommerziellen Einsatz in Europa zuständig – doch die notwendige Musterzulassung für Passagierflüge fehlt Volocopter bisher.

Eine Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stellte den praktischen Nutzen von Flugtaxis infrage. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass solche Fahrzeuge die Reisezeiten kaum verkürzen dürften. Stattdessen könnten sie die Kosten und den CO₂-Ausstoß im Vergleich zu Elektroautos sogar erhöhen. Die Studie deutet darauf hin, dass urbane Luftmobilität eher für Notfälle oder die Anbindung abgelegener Regionen sinnvoll sein könnte – nicht aber als Alltagsverkehrsmittel.

Volocopter äußerte sich bisher nicht zum möglichen Übernahmeangebot von Geely. Sollte der Deal zustande kommen, würde der chinesische Konzern die Kontrolle über ein Unternehmen übernehmen, dem es bisher nicht gelungen ist, seine ehrgeizige Vision in ein tragfähiges Geschäftsmodell umzuwandeln.

Die geplante Investition von Geely könnte Volocopter die dringend benötigten Mittel beschaffen, um die Entwicklung fortzusetzen. Ohne diese Unterstützung droht dem Unternehmen jedoch der Kollaps, noch bevor es die vollständige Zulassung oder den kommerziellen Betrieb erreicht. Die kommenden Entscheidungen werden zeigen, ob Volocopters Flugtaxis jemals in europäischen Städten Realität werden.

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