07 May 2026, 12:25

Tunnelbau-Pionier warnt: Deutschlands Bürokratie erstickt die Zukunft

Außenansicht der Deutschen Bank Hauptverwaltung in Frankfurt, Deutschland, mit einem großen Gebäude mit vielen Fenstern, umgeben von städtischer Infrastruktur wie Straßenlaternen, Stromkabeln, Fahrzeugen, Grünflächen und einem bewölkten Himmel.

Tunnelbau-Pionier warnt: Deutschlands Bürokratie erstickt die Zukunft

Martin Herrenknecht, Chef des weltweit führenden Tunnelbauunternehmens Herrenknecht AG, hat eine drastische Warnung vor Deutschlands Zukunft ausgesprochen. Der Vorstandsvorsitzende behauptet, das Land steuere „direkt auf die Wand zu“, wenn nicht dringend Reformen die lähmende Bürokratie und den Wandel der gesellschaftlichen Einstellungen bekämpften.

Die Kritik Herrenknechts kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sein eigenes Unternehmen in Deutschland mit Verzögerungen zu kämpfen hat. Ein geplanter Logistik-Hub in Baden-Württemberg steckt seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase fest. Zum Vergleich führte er ein ähnliches Projekt in Chennai, Indien, an, das bereits nach nur drei Monaten genehmigt wurde.

In seiner Einschätzung der aktuellen Lage Deutschlands ließ der CEO keine Zweifel an seiner Haltung. Er beschrieb die Nation als in einem „Dornröschen-Schlaf“ gefangen, gelähmt von überbordender Regulierungswut. Herrenknecht ging sogar so weit zu behaupten, er würde es heute angesichts der bürokratischen Hürden kaum schaffen, sein eigenes Unternehmen zu gründen.

Doch nicht nur die Bürokratie stand in seiner Kritik im Fokus – er richtete sich auch gegen gesellschaftliche Trends. Deutschland nannte er eine „Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“ und deutete an, dass unrealistische Forderungen und mangelnde Belastbarkeit das Land zurückhielten.

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Die Herrenknecht AG mit Sitz in Schwanau im Ortenaukreis hat bei einigen der ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte Europas eine Schlüsselrolle gespielt, darunter der Gotthard-Basistunnel in der Schweiz und der Brenner-Basistunnel zwischen Österreich und Italien. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 5.500 Mitarbeiter und festigt damit seine Position als führender Anbieter von Tunnelbautechnik.

Die Warnungen Herrenknechts spiegeln tiefe Sorgen über Deutschlands Fähigkeit wider, auf der globalen Bühne konkurrenzfähig zu bleiben. Angesichts jahrelanger Verzögerungen bei Großprojekten und eines von Vorschriften erstickten Wirtschaftsumfelds unterstreichen seine Äußerungen die bevorstehenden Herausforderungen. Gleichzeitig bringen sie die Frustration vieler Wirtschaftsführer über die Entwicklung des Landes zum Ausdruck.

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