Traditionsbrauerei Wolters beantragt Eigenverwaltung wegen finanzieller Krisen
Harry GirschnerTraditionsbrauerei Wolters beantragt Eigenverwaltung wegen finanzieller Krisen
Die Hofbrauhaus Wolters GmbH hat beim Amtsgericht Braunschweig ein Eigenverwaltungsverfahren nach der Insolvenzordnung beantragt. Die traditionsreiche Brauerei kündigte an, ihre Geschäftsaktivitäten umzustrukturieren und ihr Geschäftsmodell angesichts finanzieller Belastungen neu auszurichten.
Der Schritt folgt auf anhaltend schwache Umsätze und stark gestiegene Kosten. Seit der COVID-19-Pandemie sind die Produktions- und Energiekosten deutlich angestiegen, während globale Krisen die Lieferketten belastet und die Logistikkosten in die Höhe getrieben haben. Zudem sanken die Bierverkäufe in Deutschland 2025 um weitere sechs Prozent.
Das Unternehmen will sich künftig stärker auf den regionalen Markt konzentrieren und den Wandel vom traditionellen Braubetrieb zu einem innovativen Getränkehersteller vollziehen. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung informiert; der Betrieb läuft weiterhin ohne Unterbrechung. Sämtliche Löhne und Gehälter bleiben garantiert.
Der Anwalt Kimon Kantis betonte, Wolters sei ein traditionelles, tief in der Region verwurzeltes Unternehmen. Die Eigenverwaltung ermögliche es, die branchenspezifischen Herausforderungen nachhaltig anzugehen. Die Brauerei ist eine hundertprozentige Tochter der Volksbank BRAWO eG, die sich ebenfalls in einem Transformationsprozess befindet.
Trotz des Insolvenzantrags wird der Betrieb unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fortgeführt. Ziel der Restrukturierung ist es, die Geschäftsaktivitäten zu stabilisieren und sich an die veränderten Marktanforderungen anzupassen. Das Verfahren läuft in Eigenverwaltung, während die Brauerei an der Sicherung ihrer Zukunft arbeitet.






