10 June 2026, 22:19

Stuttgart 21: Fertigstellung erst 2031 – Kosten steigen auf über 11 Milliarden Euro

Deutschlands Schienen-Flaggschiff-Projekt verzögert sich bis 2031, nachdem über 1.000 km Kabel falsch verlegt wurden

Stuttgart 21: Fertigstellung erst 2031 – Kosten steigen auf über 11 Milliarden Euro

Stuttgart 21: Vollinbetriebnahme verschiebt sich auf 2031 – Kosten explodieren auf über 11 Milliarden Euro

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 erlebt eine weitere schwere Verzögerung: Die vollständige Inbetriebnahme wird nun frühestens 2031 erfolgen. Die Kosten sind mittlerweile auf über 11 Milliarden Euro angestiegen, wobei die EU mindestens 726 Millionen Euro an Fördergeldern in das problembehaftete Vorhaben gesteckt hat.

Die Probleme reichen bis zu voreiligen Kabelverlegearbeiten zurück, die begannen, noch bevor die endgültigen technischen Pläne für das digitale Stellwerkssystem vorlagen. Über 1.000 Kilometer Kabel und Leitungen wurden fehlerhaft verlegt, sodass der Großteil der defekten Infrastruktur ersetzt werden musste. Auch Mängel bei den Notstromversorgungen und der Bahnsteigkonstruktion machten die bisherigen Pläne für eine Teilinbetriebnahme 2026 zunichte.

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Das Projekt soll Deutschlands erste vollständig digitalisierte Großbahnstrecke werden und setzt auf das Europäische Zugsicherungssystem (ETCS) sowie digitale Stellwerke. Doch in den äußeren Bereichen des Knotens werden noch jahrelang Güterzüge ohne ETCS unterwegs sein – alte Signale müssen daher parallel zur neuen Technik erhalten bleiben. Allein die Installation von 450 neuen Signalen wird voraussichtlich rund 45 Millionen Euro kosten.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) übt scharfe Kritik an den Verzögerungen und bezeichnet Stuttgart 21 als „nationalen Witz“. Er fordert von der Deutschen Bahn verlässliche Kostenzahlen und klare Antworten.

Die vollständige Fertigstellung ist nun für 2031 vorgesehen – zwölf Jahre später als ursprünglich geplant und fünf Jahre später als das letzte Ziel. Das Budget ist massiv aus dem Ruder gelaufen, und umfangreiche Nachbesserungen sind nötig, bevor das Projekt abgeschlossen werden kann. Bis alle Züge auf das neue System umgestellt sind, werden digitale und konventionelle Signaltechnik nebeneinander betrieben.

Quelle