Regionalverkehr in der Krise: Pünktlichkeit und Sauberkeit der Deutschen Bahn sinken weiter
Enrico HerrmannRegionalverkehr in der Krise: Pünktlichkeit und Sauberkeit der Deutschen Bahn sinken weiter
Regionalverkehr in Deutschland steht vor wachsenden Herausforderungen
Die neuesten Qualitätsrankings zeigen eine leichte Verschlechterung der Leistungen im deutschen Regionalbahnverkehr. Probleme wie veraltete Infrastruktur, Personalmangel und unzuverlässige Fahrpläne der Deutschen Bahn belasten das System weiterhin. Verkehrsminister Winfried Hermann fordert nun dringende Maßnahmen, um diese Missstände zu beheben – noch bevor 2026 umfangreiche Gleisbauarbeiten beginnen.
In der ersten Jahreshälfte 2025 sank die durchschnittliche Qualitätsbewertung für Regional- und Nahverkehrszüge auf 48 von 100 möglichen Punkten. Nur 15 der 32 Netze erreichten mehr als 50 Punkte. Zwar verbesserte sich die Zuverlässigkeit leicht, doch die Pünktlichkeit fiel auf 77,93 Prozent, und die Sauberkeitsbewertungen verschlechterten sich in fast allen Regionen.
In Baden-Württemberg zeigte sich eine leichte Steigerung der Fahrgastzufriedenheit mit einer Durchschnittsnote von 2,5. Dennoch bleibt die Kapazitätsauslastung der Züge gering, und bundesweite Qualitätsrankings der einzelnen Betreiber werden nicht öffentlich zugänglich gemacht. Diese mangelnde Transparenz erschwert es, die besten und schlechtesten Anbieter zu identifizieren. Hermann nannte steigende Fahrgastzahlen, marode Infrastruktur und knappe Haushalte als zentrale Belastungsfaktoren. Schlechte Baustellenkoordination und unzureichende Fahrgastinformationen der DB Fahrplanauskunft tragen zusätzlich zur anhaltenden Unzufriedenheit bei.
Da ab 2026 umfangreiche Gleisarbeiten anstehen, betonen Verantwortliche die Notwendigkeit besserer Kommunikation, verlässlicherer Fahrpläne der DB und effektiver Ersatzverkehrslösungen, um Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.
Die Bahnbranche muss nun gegen sinkende Pünktlichkeit, mangelnde Sauberkeit und Infrastrukturprobleme vorgehen, bevor die geplanten Bauvorhaben das System weiter unter Druck setzen. Ohne Verbesserungen bei der Fahrgastinformation und Servicezuverlässigkeit der DB Fahrpläne könnten die kommenden Jahre für die regionalen Netze in Deutschland noch größere Herausforderungen bringen.