Nitrendipin-Mangel hält an: Blutdruckpatienten kämpfen um lebenswichtige Medikamente
Harry GirschnerNitrendipin-Mangel hält an: Blutdruckpatienten kämpfen um lebenswichtige Medikamente
Engpass bei Nitrendipin hält seit dem letzten Sommer an
Ein Mangel an Nitrendipin, einem weit verbreiteten Blutdruckmedikament, besteht seit dem vergangenen Sommer fort. Der Wirkstoff, der zur Gruppe der Kalziumkanalblocker gehört, wird mittlerweile vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in der Liste der gemeldeten Arzneimittelknappheiten in Deutschland geführt. Hersteller kommen bei der Produktion sowohl der 10-Milligramm- als auch der 20-Milligramm-Dosierung kaum noch nach.
Kalziumkanalblocker wirken, indem sie den Kalziumeinstrom in die Zellen hemmen – das hält die Arterien entspannt und den Blutdruck unter Kontrolle. Diese Medikamente lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen: Nifedipin-Typ, Verapamil-Typ und Diltiazem-Typ. Sie sind jedoch nicht für Patienten mit Herzinsuffizienz oder solche geeignet, die sich von einem kürzlichen Herzinfarkt erholen.
Die aktuelle Knappheit geht auf Produktionsprobleme zurück. Der Hersteller Aristo hat Verzögerungen bei der Lieferung der 20-Milligramm-Nitrendipin-Tabletten bestätigt; das Problem werde voraussichtlich bis Jahresende anhalten. Andere Unternehmen wie Ratiopharm und Aliud Pharma planen, die Auslieferung der 20-Milligramm-Dosis bis Ende März wiederaufzunehmen. AbZ hingegen rechnet damit, seine Lieferungen erst Ende Mai fortsetzen zu können.
Nitrendipin zielt speziell auf den Kalziumionen-Einstrom in die glatten Muskelzellen der Blutgefäße ab und ist daher ein wichtiges Mittel zur Behandlung von Bluthochdruck. Doch wie viele ältere Medikamente auch ist es von den weitreichenden Lieferkettenstörungen betroffen, die mehrere Wirkstoffklassen betreffen.
Patienten, die auf Nitrendipin angewiesen sind, könnten weiterhin Schwierigkeiten haben, das Medikament zu erhalten, bis sich die Produktion stabilisiert. Der Engpass unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Versorgung mit essenziellen Arzneimitteln – insbesondere bei älteren Präparaten. Behörden und Hersteller arbeiten daran, die volle Verfügbarkeit in den kommenden Monaten wiederherzustellen.






