Niedersachsen führt einheitliches Abkommen für Praxisbedarf ein – was sich jetzt ändert
Harry GirschnerNiedersachsen führt einheitliches Abkommen für Praxisbedarf ein – was sich jetzt ändert
Neues einheitliches Abkommen für Praxisbedarf in Niedersachsen in Kraft getreten
In Niedersachsen ist ein neues, einheitliches Abkommen für Praxisbedarf in Kraft getreten. Die Vereinbarung, die zwischen dem Landesapothekerverband (LAV) und den regionalen Krankenkassen unterzeichnet wurde, ersetzt veraltete, uneinheitliche Regelungen durch ein standardisiertes System. Offiziell gilt das Abkommen seit dem 1. Juli und stellt sicher, dass es zu keinen Lieferengpässen kommt.
Die bisherigen Bestimmungen wären eigentlich erst am 31. Dezember 2025 ausgelaufen, doch monatelange Verhandlungen wurden notwendig, um eine rechtzeitige Lösung zu finden. Um vertragslose Übergangsphasen zu vermeiden, wurde eine Friedenspflicht zweimal verlängert – zunächst bis zum 31. März, dann bis zum 30. Juni. Dadurch konnte die ununterbrochene Versorgung mit essenziellen Praxisbedarfsmitteln in Apotheken sichergestellt werden.
Das neue Abkommen umfasst Arzneimittel, Impfstoffe sowie medizinische Materialien, die in Behandlungen oder Notfällen zum Einsatz kommen. Erstmals gelten nun auch für diese Lieferungen einheitliche Prioritätsregeln bei der Abgabe von Fertigarzneimitteln. Apotheken, die Vertragsärzte mit Impfstoffen beliefern, erhalten künftig 80 Cent pro Dosis – bei Erreichen bestimmter Ziele steigt die Vergütung auf einen Euro an.
Ziel der Vereinbarung ist es, das Gesundheitswesen in Niedersachsen zu modernisieren und die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Durch die Ablösung zersplitterter Einzelregelungen zugunsten eines krankenkassenübergreifenden Rahmens werden Prozesse für Apotheken und Arztpraxen deutlich vereinfacht.
Das Abkommen legt klare Vorgaben für die Abgabe und Finanzierung von Praxisbedarf fest. Apotheken müssen sich an standardisierte Abläufe halten, während die Auslieferung von Impfstoffen mit gestaffelten Vergütungssteigerungen verbunden ist. Für Leistungserbringer in der gesamten Region wird das System damit planbarer und zuverlässiger.






