Mönchengladbach trotzt Wohnungsbaukrise mit Rekordwachstum in NRW
Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen auf 14-Jahres-Tief – Mönchengladbach als positive Ausnahme
Im Jahr 2025 erreichte der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen den niedrigsten Stand seit 14 Jahren: Die Fertigstellungen gingen im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 Prozent zurück. Doch Mönchengladbach schwamm gegen den Strom – die Stadt fast verdreifachte ihre Bauleistung und sicherte sich damit einen Platz unter den Top drei der kreisfreien Städte mit den meisten Neubauten.
Landweit wurden 2025 nur noch 37.185 Wohnungen fertiggestellt, was einer Quote von 19,8 pro 10.000 Einwohner entspricht. Steigende Kreditzinsen, explodierende Baukosten und rückläufige Baugenehmigungen seit 2020 trieben den Rückgang voran. Bundesweit kämpft die Branche mit ähnlichen Problemen.
Mönchengladbachs Aufschwung: Bauboom trotz Krise Die Stadt verzeichnete dagegen einen deutlichen Anstieg: 2025 wurden 758 Wohnungen fertiggestellt – nach nur 260 im Vorjahr. Die Bauquote kletterte von 9,8 auf 28,4 pro 10.000 Einwohner, ein Plus von 188 Prozent. Damit liegt Mönchengladbach auf Platz drei hinter Köln und Münster. Auch die Baugenehmigungen stiegen um 73,6 Prozent und lagen damit weit über dem Landesdurchschnitt.
Ein zentraler Erfolgsfaktor war die Wohnungsbauinitiative, die die Stadt 2023 ins Leben gerufen hatte. Durch Eigenkapitalinvestitionen in Höhe von rund 43 Millionen Euro konnte Mönchengladbach für jeden eingesetzten Euro bis zu fünf Euro an externen Mitteln mobilisieren. 2025 bewilligte die Stadt 43,2 Millionen Euro an Fördergeldern für 218 Wohneinheiten – fast so viel wie im Rekordjahr 2024. Auch die Ausgaben für den sozialen Wohnungsbau stiegen massiv: 2025 wurden 274 Prozent des ursprünglichen Budgets genutzt, 2021 waren es gerade einmal 5 Prozent.
„Langfristige Planung zahlt sich aus“ Oberbürgermeister Felix Heinrichs führte den Erfolg auf konsequente Strategie und gezielte Investitionen zurück. „Unser Ansatz zeigt, dass auch in schwierigen Zeiten Fortschritte möglich sind“, so Heinrichs. Während der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen weiter schrumpft, hat sich Mönchengladbach als Vorreiter unter den kreisfreien Städten positioniert – mit fast verdreifachten Fertigstellungen und stark steigenden Genehmigungen. Das Modell bietet eine der wenigen Erfolgsgeschichten in einer ansonsten krisengeplagten Branche.






