MLP-Schulung zeigt Finanzbranche im Umbruch durch Niedrigzinsen und Erbschaftssteuern
Paula GumprichMLP-Schulung zeigt Finanzbranche im Umbruch durch Niedrigzinsen und Erbschaftssteuern
Über 220 Finanzexperten trafen sich zu einer zweitägigen Schulung im Hauptsitz der MLP in Walldorf-Wiesloch. Die Veranstaltung brachte 160 MLP-Berater zusammen, um aktuelle Themen der Finanzbranche zu erörtern – von Erbschaftssteuern bis hin zu den Herausforderungen einer Niedrigzinswelt.
Das Schulungsprogramm umfasste ein breites Themenspektrum, darunter Immobilientrends, ethische Beratungspraktiken und die Auswirkungen der FinTech-Branche auf Finanzdienstleistungen. Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Nachfolgeplanung und Erbschaftssteuern, Bereiche, in denen Berater weiterhin vor großen Schwierigkeiten stehen.
Eine zweistündige Podiumsdiskussion widmete sich der Frage, wie man sich in einer anhaltenden Niedrigzinsphase behaupten kann. Knut H. Moreth, Direktor für Portfolio-Management bei der Feri Trust, verwies auf Japans Niedrigzinspolitik seit 1999 als abschreckendes Beispiel. Zudem zitierte er die Warnung des Hedgefonds-Managers Jeff Gundlach, wonach negative Zinsen eine Deflation auslösen könnten.
Jan Berg, Kommunikationschef der MLP, führte ein Zitat von Hans Werner Rapp an, dem Chef-Anlagestrategen der Feri, der argumentierte, dass die aktuelle Zinspolitik die Marktprinzipien verzerrt. Die Diskutanten waren sich einig: Risikofreie Zinsen gehören der Vergangenheit an – Berater müssen sich an eine neue Realität mit Renditen nahe null anpassen.
Die Veranstaltung endete mit einer klaren Botschaft: Die Finanzbranche muss sich auf eine langfristige Niedrigzinsphase einstellen. Die Teilnehmer verließen die Schulung mit aktualisierten Strategien für Erbschaftsplanung, ethische Entscheidungsfindung und die Verwaltung von Investitionen in einem von unkonventioneller Geldpolitik geprägten Marktumfeld.






