14 April 2026, 06:20

Merz' umstrittene Aussage: 80 Prozent der Syrer sollen in drei Jahren zurückkehren

Plakat mit einer Syrienkarte und Daten zu Binnenvertriebenen aufgrund von Gewalt, begleitet von Text und Grafiken.

Merz' umstrittene Aussage: 80 Prozent der Syrer sollen in drei Jahren zurückkehren

Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit einer kühnen Aussage über syrische Flüchtlinge für Aufsehen gesorgt. Er behauptete, dass 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren könnten. Die Äußerung stieß schnell auf Widerspruch – sowohl von politischen Verbündeten als auch von syrischen Vertretern.

Merz hielt zunächst an der 80-Prozent-Marke fest, was einer Rückführung von etwa 800.000 Menschen entsprochen hätte. Später relativierte er seine Position jedoch und distanzierte sich von der konkreten Zahl. Kritiker aus den Reihen seiner eigenen Koalition nannten das Vorhaben unrealistisch und warnten, es könnte syrische Flüchtlinge verunsichern – viele von ihnen haben inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.

Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa widersprach Merz' Aussage entschieden. Er bestritt, jemals ein solches Ziel ausgegeben zu haben, und betonte, dass etwaige Rückkehrer freiwillig und unter sicheren Bedingungen heimkehren müssten. Al-Scharaa fügte hinzu, dass unter den richtigen Voraussetzungen zwar möglicherweise 80 Prozent der im Ausland lebenden Syrer zurückkehren könnten – aber ausschließlich aus freiem Willen.

Die Kontroverse offenbart die Spannungen in der Flüchtlingspolitik. Während Merz' ursprüngliche Aussage auf eine schnelle und groß angelegte Rückkehr hindeutete, unterstrich al-Scharaas Reaktion die Komplexität einer Repatriierung. Viele Syrer in Deutschland haben sich ein neues Leben aufgebaut, was eine mögliche Massenrückkehr erschwert.

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Der Streit lässt Merz' Vorschlag in Zweifel zurück. Seine Koalitionspartner bleiben skeptisch, und die syrische Führung hat die 80-Prozent-Zahl als eigene Vorgabe zurückgewiesen. Vorerst bleibt die Zukunft der syrischen Flüchtlinge in Deutschland ungewiss – ohne einen klaren Weg zu den Rückführungen, wie Merz sie zunächst skizziert hatte.

Quelle