23 March 2026, 08:21

Mann erhält Knöllchen für fremden Peugeot – war er Opfer von Identitätsdiebstahl?

Schwarz-weißes Dokument mit der Aufschrift "Fraudes sur les Vins" mit einem ernst dreinblickenden Mann im Anzug und Krawatte mit zurückgekämmtem Haar vor einer weißen Wand.

Mann erhält Knöllchen für fremden Peugeot – war er Opfer von Identitätsdiebstahl?

Ein Mann aus Baden-Württemberg, der als Herr S. bezeichnet wird, hat ein verdächtiges Knöllchen aus Frankreich erhalten. In dem Schreiben wird ihm vorgeworfen, zu schnell gefahren zu sein und eine unbezahlte Mautgebühr für einen Peugeot mit französischem Kennzeichen zu schulden – ein Auto, das er nach eigenen Angaben niemals besessen hat. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die wachsende Sorge vor Identitätsdiebstahl im Zusammenhang mit Phishing-Betrug.

Herr S. wurde erstmals auf das Problem aufmerksam, als er Schreiben erhielt, in denen Zahlungen für ein Fahrzeug gefordert wurden, das er nicht kennt. Bei dem betreffenden Auto handelt es sich um einen in Frankreich zugelassenen Peugeot, der angeblich in eine Geschwindigkeitsüberschreitung und unbezahlte Mautgebühren verwickelt sein soll. Da er vermutet, dass seine persönlichen Daten durch Phishing gestohlen wurden, suchte er Rat bei Gerechtigkeit ohne Grenzen, einem Projekt des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e. V.

Die Initiative, die 2023 ins Leben gerufen wurde, bietet kostenlose Rechtsberatung bei grenzüberschreitenden Streitigkeiten zwischen Deutschland und Frankreich an. Bisher hat sie rund 1.900 Anfragen bearbeitet und über 700 Erstberatungen organisiert. Zwar liegen keine genauen Zahlen zu ähnlichen Fällen in Baden-Württemberg vor, doch scheint Identitätsdiebstahl im Zusammenhang mit gefälschten französischen Verkehrsverstößen ein wachsendes Problem zu sein.

Experten, die Herr S. beraten, empfehlen mehrere Schritte: Zunächst sollte er die Berechtigung der Forderung überprüfen, indem er die Angaben im Schreiben genau prüft. Falls Unstimmigkeiten auftauchen, muss er offiziell Widerspruch einlegen – und zwar online über die in den Briefen genannten Webseiten. Um weiteren Missbrauch zu verhindern, wurde ihm geraten, seine Online-Ausweisfunktion umgehend durch einen Anruf bei der Hotline 116 116 zu sperren. Zudem wurde ihm nahegelegt, Anzeige bei der Polizei zu erstatten, um den Verdacht auf Betrug zu dokumentieren.

Darüber hinaus wurde Herr S. davor gewarnt, digitale Kopien seines Ausweises unnötig weiterzugeben. Falls er sie hochladen muss, sollte er sie zuvor mit einem Wasserzeichen versehen. Vor allem aber sollte er die Schreiben nicht ignorieren – gleichzeitig jedoch keine unberechtigten Forderungen begleichen.

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Der Fall verdeutlicht die Risiken von Phishing und grenzüberschreitendem Identitätsbetrug. Herr S. hat nun einen klaren Plan: Er wird die Forderung überprüfen, seinen Ausweis sperren, Anzeige erstatten und die Vorwürfe gegebenenfalls anfechten. Gerechtigkeit ohne Grenzen unterstützt weiterhin Bürger in ähnlichen Konflikten und bietet Orientierung für diejenigen, die in rechtlichen Grauzonen zwischen Deutschland und Frankreich geraten sind.

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