Mainz kämpft mit Rekorddefizit: 221 Millionen Euro bis 2029 drohen
Harry GirschnerMainz kämpft mit Rekorddefizit: 221 Millionen Euro bis 2029 drohen
Mainz steht vor schweren finanziellen Belastungen, nachdem die kommunale Aufsichtsbehörde des Landes, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), erhebliche Bedenken gegen die Haushaltsplanung der Stadt erhoben hat. Trotz der Zustimmung des Stadtrats im Januar weist der Etat für 2026 ein Defizit von 176,5 Millionen Euro auf – mit noch höheren Fehlbeträgen in den kommenden Jahren.
Die ADD warnte, dass Mainz bis 2029 mit außergewöhnlich hohen Jahresdefiziten rechnen muss. Bis dahin könnte die Lücke auf 221,7 Millionen Euro anwachsen, vor allem getrieben durch steigende Ausgaben in den Bereichen Sozialhilfe, Kinder- und Jugenddienste sowie vorläufige Unterhaltsvorschüsse. Die Behörde schätzt, dass allein die sozialen Leistungen bis 2029 eine Finanzierungslücke von 227 bis 307 Millionen Euro verursachen werden.
Kritik übte die ADD auch daran, dass Mainz nicht entschlossen genug spart, um das jährliche Einsparziel von 20 Millionen Euro zu erreichen. Zwar hatte die Stadt 223 Millionen Euro an Krediten für Investitionen beantragt, doch die Behörde stufte dies als unzulässige Überplanung ein und kürzte den Betrag auf nur 75 Millionen Euro. Auch die Investitionskredite wurden drastisch reduziert – von den beantragten 130 Millionen Euro blieben am Ende lediglich 50 Millionen Euro übrig.
Erst nach der Einschaltung des rheinland-pfälzischen Innenministeriums wurde der Haushalt schließlich genehmigt. Zuvor hatte die ADD ihre Zustimmung verweigert, da sie die langfristige Tragfähigkeit der Finanzen infrage stellte. Hinzu kommt, dass Mainz im Vergleich zu anderen Kommunen geringere Landeszuschüsse erhält, was die finanzielle Lage zusätzlich verschärft.
Angesichts wachsender Defizite und zurückgestutzter Investitionspläne steht Mainz nun vor harten Entscheidungen, um den Haushalt auszugleichen. Die Stadt muss die steigenden Sozialkosten bewältigen, gleichzeitig aber mit stark begrenzten finanziellen Spielräumen auskommen. Die ADD gab zwar grünes Licht, knüpfte die Genehmigung jedoch an strenge Auflagen – und warnte deutlich vor den Risiken der kommenden Jahre.






