Kulturschaffende kämpfen um Berlins kulturelle Zukunft vor der Wahl
Enrico HerrmannKulturschaffende kämpfen um Berlins kulturelle Zukunft vor der Wahl
Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat eine Aktionswoche gestartet, um den Wahlkampf zur bevorstehenden Berliner Wahl zu beeinflussen. Ziel ist es, die Förderung von Kultur an die Spitze der politischen Debatte zu rücken. Die Gruppe veröffentlichte die „Berliner Erklärung“, in der sie fordert, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen und stabile Finanzierungsstrukturen zu schaffen.
Bei der Veranstaltung meldeten sich zahlreiche Kulturschaffende zu Wort, um ihre Besorgnis über die jüngsten Kürzungen zum Ausdruck zu bringen. Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, bezeichnete die Einsparungen als falschen Weg. Zudem wies er auf die drohende Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße hin. Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die Kämpfe der Branche mit dem Mythos von Ikarus und warnte vor einem Kollaps unter der finanziellen Belastung.
Auch Politiker zeigten sich solidarisierend. Anwesend waren Katharina Marg von der Linken, Ronja Losert sowie Bertram von Boxberg, die Fraktionsvorsitzenden der Grünen. Kultureinrichtungen und Verbände haben zudem „Wahl-Prüfsteine“ für die Kandidat:innen vorbereitet, darunter Fragen zur künstlerischen Bildung an Schulen. Die Initiative plant, den Slogan „#deineStimmefürKultur“ in allen Kulturstätten der Stadt sichtbar zu machen.
Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, äußerte sich besorgt über steigende Mieten. Er warnte, dass Änderungen ab Januar 2027 das Theater zur Aufgabe zwingen könnten. Reese erzählte zudem eine persönliche Anekdote: Ein Besuch im Theater von Paderborn mit 14 Jahren habe sein Leben und seine Karriere geprägt.
Die Forderungen der Initiative sind klar: gesicherte Finanzierung und politisches Bekenntnis zur Kultur. Die Aktionswoche soll sicherstellen, dass sich die Kandidat:innen vor der Wahl mit diesen Themen auseinandersetzen. Die „Berliner Erklärung“ und der öffentliche Druck zielen darauf ab, die Kulturpolitik zu einem entscheidenden Faktor für die Wähler:innen zu machen.






