Kretschmer fordert höhere Steuern für Reiche – und warnt vor "Rasenmäher-Methode"
Paula GumprichKretschmer fordert höhere Steuern für Reiche – und warnt vor "Rasenmäher-Methode"
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat Deutschland aufgefordert, eine langfristige Wirtschaftsstrategie zu verfolgen. Bei einer Stellungnahme zu Finanzierungsherausforderungen betonte er, dass wohlhabendere Bürger stärker zur Kasse gebeten werden sollten als Menschen mit geringeren Einkommen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Parteien über Steuerreformen und verschobene Sozialpolitik vor den anstehenden Landtagswahlen diskutieren.
Kretschmer, Mitglied der CDU, lehnte pauschale Kürzungen bei Subventionen ab, um Steuersenkungen zu finanzieren. Eine solche Vorgehensweise bezeichnete er als „Rasenmäher-Methode“ – unklug und ohne Präzision. Stattdessen setzte er sich für gezielte Maßnahmen ein, darunter mögliche Steuererhöhungen auf Erbschaften und Spitzenverdiener.
Der Ministerpräsident kritisierte zudem die geplanten Gesundheitsreformen der Bundesregierung als schlecht durchdacht. Die Wähler bräuchten „einen schlüssigen Gesamtplan“ statt Stückwerk, forderte er. Seine Aussagen decken sich mit den laufenden Debatten von CDU und SPD, die Renten- und Gesundheitsreformen bis nach den bevorstehenden Wahlen vertagen wollen.
Unterdessen hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) vorgeschlagen, die Steuerlast für Gering- und Mittelverdiener zu senken. Sein Plan sieht vor, dass Spitzenverdiener stärker zur Finanzierung beitragen. Parallel dazu wird die Rentenkommission der Regierung mehrere Optionen vorlegen, darunter eine mögliche Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre.
Kretschmers Position unterstreicht die unterschiedlichen Auffassungen darüber, wie Steuersenkungen und Sozialreformen in Einklang zu bringen sind. CDU und SPD stehen nun unter Druck, ihre Politik vor den Landtagswahlen zu koordinieren. Die endgültigen Beschlüsse zu Rente, Gesundheit und Steuern werden die wirtschaftliche Ausrichtung Deutschlands für die kommenden Jahre prägen.






