Kostenexplosion im Teilladungsverkehr trotz stagnierender Sendungsmengen 2025
Enrico HerrmannKostenexplosion im Teilladungsverkehr trotz stagnierender Sendungsmengen 2025
Kosten im deutschen Teilladungsverkehr steigen weiter – trotz stagnierender Sendungsmengen
Die Ausgaben im deutschen Less-than-Truckload-(LTL)-Transport sind auch in der zweiten Jahreshälfte 2025 weiter gestiegen, obwohl die Sendungsvolumina nahezu unverändert blieben. Aktuelle Daten aus 128 Umschlagdepots zeigen, dass vor allem Personalkosten und Betriebsausgaben für den Anstieg verantwortlich sind.
Die Sendungsmengen in den LTL-Netzen verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang um 0,1 Prozent. Trotz dieser Stagnation stiegen die Gesamtkosten in mehreren Bereichen deutlich an.
Die sendungsbezogenen Prozesskosten erhöhten sich im zweiten Halbjahr 2025 um 3,4 Prozent. Die Personalkosten, der größte Kostenfaktor, legten um 3,7 Prozent zu und machen nun etwa 51 Prozent der gesamten sendungsbezogenen Ausgaben aus. Ausschlaggebend war hier die zum 1. Januar 2025 eingeführte Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns.
Auch die Betriebskosten stiegen um 4,2 Prozent und haben nun einen Anteil von 33 Prozent an den Gesamtausgaben. Dieser Anstieg ist unter anderem auf Investitionen in neue Technologien wie Automatisierungssysteme und alternative Antriebe zurückzuführen. Die Kosten für die Palettenabwicklung kletterten besonders stark – um 6,4 Prozent –, was vor allem auf einen Preissprung von 21 Prozent bei Paletten zurückzuführen ist. Dagegen blieben Maut- und Spritkosten vergleichsweise stabil und dämpften so einen Teil des Gesamtkostenanstiegs.
Die Zahl der Umschlagterminals hat sich erweitert; die aktuelle Auswertung des DSLV (Deutscher Speditions- und Logistikverband) basiert auf Daten aus 128 Depots.
Die jüngsten Zahlen verdeutlichen die angespannte Kostensituation im deutschen Teilladungsverkehr. Während die Sendungsmengen kaum Schwankungen zeigen, belasten steigende Personal-, Betriebs- und Palettenkosten die Branche. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass Logistikdienstleister in den kommenden Monaten weitere finanzielle Anpassungen vornehmen müssen.






