05 June 2026, 16:35

Kirsten Bruhn: Vom Schicksalsschlag zur Ehrenbürgerin Schleswig-Holsteins

Paralympicsiegerin Kirsten Bruhn wird Ehrenbürgerin

Kirsten Bruhn: Vom Schicksalsschlag zur Ehrenbürgerin Schleswig-Holsteins

Kirsten Bruhn, ehemalige Paralympics-Schwimmerin, ist als zweite Frau mit der Ehrenbürgerschaft Schleswig-Holsteins ausgezeichnet worden. Bekannt für ihre scharfe Zunge und ihren unermüdlichen Einsatz, wurde sie nach einem Schicksalsschlag im Jahr 1991 zu einer der prägendsten Stimmen im Behindertensport. Ihr Weg von der ehrgeizigen Nachwuchsathletin zur gefeierten Fürsprecherin hat den deutschen Sport und die Gesellschaft nachhaltig geprägt.

Bruhns Wettkampfgeist zeigte sich früh. Als jüngstes von fünf Geschwistern – und das kleinste – begann sie bereits mit drei Jahren zu schwimmen. Ihr Vater stellte ihr eine klare Wahl: schwimmen lernen oder mit Konsequenzen rechnen. Als Teenager trainierte sie sechs Stunden täglich – nicht, weil ihre Eltern sie dazu drängten, sondern weil sie es selbst wollte.

Ihr Leben nahm 1991 eine dramatische Wende, als sie einen Motorradunfall hatte. Statt sich zurückzuziehen, wurde sie zu einer der lautstärksten Verfechterinnen des Behindertensports, kämpfte für Sichtbarkeit, Förderung und Anerkennung. Auf internationaler Ebene errang sie bei den Paralympics zwei Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen.

Abseits des Sports arbeitete Bruhn für eine Krankenkasse, wo ihr unerschrockener und entschlossener Charakter weiterhin spürbar war. Eine spätere Dokumentation des Landes Schleswig-Holstein fing ihren unverblümten Lebensstil ein. Durch alle Herausforderungen und Erfolge hindurch stand ihre Familie, insbesondere ihr Vater, stets an ihrer Seite.

Ihr zentrales Credo ist einfach: Menschen mit Behinderungen sollten nach ihren Fähigkeiten und nicht nach ihren Einschränkungen beurteilt werden. Dieses Prinzip prägt seit Jahrzehnten ihr Engagement und ihr öffentliches Wirken.

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Die Ehrung durch Schleswig-Holstein würdigt Bruhns Leistungen – im und außerhalb des Beckens. Mit ihren Medaillen und ihrem unermüdlichen Einsatz hat sie das Bild des Behindertensports in Deutschland verändert. Als Ehrenbürgerin reicht ihr Einfluss nun über den Sport hinaus und wirkt in den gesellschaftlichen Wandel hinein.

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