Kai Wegners kalte Kulturpolitik bringt Berlins Kunstszene gegen ihn auf
Enrico HerrmannKai Wegners kalte Kulturpolitik bringt Berlins Kunstszene gegen ihn auf
Berlin regierender Bürgermeister Kai Wegner steht wegen seines Umgangs mit der Kulturlandschaft der Stadt in der scharfen Kritik. In einer jüngsten Rede wurde ihm vorgeworfen, nicht zu verstehen, was die lebendige Kunstszene der Hauptstadt ausmacht – Kultur wurde darin als eine Sprache der Leidenschaft und das Herzstück der Stadt beschrieben.
Die Rednerin charakterisierte Berlin als pulsierende Metropole, Heimat von Opernhäusern, weltklasse Orchestern und unzähligen kreativen Kollektiven. Doch Wegners politische Herangehensweise wirke kalt, von Macht und Effizienz getrieben, statt von einem Verständnis für den Geist der Stadt.
Wegners erste Wahl für das Kulturressort, Joe Chialo, musste nach Berichten zurücktreten, weil er die Emotionen in der Kunstszene unterschätzt hatte. Sarah Wedl-Wilson, eine weitere Akteurin in der Kulturpolitik, wurde später von der eigenen Partei unterlaufen. Nun soll Stefan Evers, Wegners Finanzsenator – der einst Kürzungen im Kulturbudget vorantrieb –, die Verantwortung für den Bereich übernehmen.
Die Kritik geht noch weiter: Die Rednerin warnte, dass Wegners mangelnde Verbindung zur kulturellen Identität Berlins ihm die nächste Wahl kosten könnte. Die Äußerungen spiegeln die anhaltenden Spannungen zwischen der Verwaltung des Bürgermeisters und der Berliner Kunstwelt wider. Mit Evers an der Spitze der Kulturpolitik bleibt unklar, wie die Regierung auf die Sorgen der Kreativbranche reagieren wird. Die Entwicklung könnte in den kommenden Jahren sowohl die Politik als auch die öffentliche Unterstützung prägen.






