24 December 2025, 10:52

Junge Sozialisten fordern Rentenniveau von 53 Prozent und Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze

Eine Gruppe von Menschen mit Schildern, die durch einen Wald gehen, mit Bäumen, Büschen, einem Banner, einem Gebäude mit Namensschildern, Autos und aktuellen Umfragen im Hintergrund.

Junge Sozialisten fordern Rentenniveau von 53 Prozent und Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze

Die Jungen Sozialist:innen (Jusos) drängen auf tiefgreifende Reformen der deutschen Renten- und Gesundheitssysteme. Auf ihrem anstehenden Bundesparteitag wird die Gruppe eine schrittweise Erhöhung des Rentenniveaus auf 53 Prozent fordern. Zu ihren Vorschlägen gehören zudem weitreichende Reformen der Krankenversicherung sowie Steuerentlastungen für Geringverdiener:innen.

Vor ihrer Konferenz haben die Jusos ein ehrgeiziges Programm vorgelegt. Sie wollen das aktuelle Rentenniveau von 48 Prozent rückgängig machen und es langfristig auf 53 Prozent anheben. Zur Finanzierung schlagen sie vor, die Beitragsbemessungsgrenze für Rentenversicherungsbeiträge abzuschaffen, sodass Besserverdiener:innen stärker in das System einzahlen.

Doch die Pläne der Jusos gehen über die Rente hinaus. Die Gruppe fordert die Abschaffung sowohl der gesetzlichen als auch der privaten Krankenversicherung und deren Ersatz durch eine einheitliche Bürger:innenversicherung. Auch hier soll die Beitragsbemessungsgrenze entfallen, sodass wohlhabendere Versicherte einen größeren Anteil leisten. In der Sozialpolitik lehnen die Jusos die von Arbeitsministerin Bärbel Bas geplanten Reformen des Bürgergelds ab. Sie argumentieren, dass strengere Sanktionen die Anspruchsberechtigten unangemessen bestrafen würden. Stattdessen schlagen sie einen „Entlastungsreflex“ vor: eine Senkung der Einkommensteuer für Gering- und Mittelverdiener:innen, um höhere Sozialabgaben auszugleichen.

Die SPD hingegen verfolgt einen eigenen Rentenplan. Auf ihrem Parteitag vom 30. Dezember 2025 bis 1. Januar 2026 in Berlin wird die Partei ein Rentenniveau von 48 Prozent bis 2035 anstreben. Finanziert werden soll dies durch eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze sowie zusätzliche Steuerzuschläge für Spitzenverdiener:innen.

Die Vorschläge der Jusos würden die Finanzierung von Rente, Gesundheit und Sozialleistungen grundlegend umgestalten. Durch den Wegfall der Beitragsobergrenzen und Steuerentlastungen soll die Last stärker auf Besserverdiener:innen verlagert werden. Der SPD-Plan hingegen setzt auf eine schrittweise Erhöhung des Rentenniveaus mit ähnlichen Finanzierungsmechanismen, aber weniger radikalen Änderungen.