Jan van Aken tritt als Linken-Chef zurück – und hinterlässt eine stärkere Partei
Enrico HerrmannJan van Aken tritt als Linken-Chef zurück – und hinterlässt eine stärkere Partei
Jan van Aken ist als Vorsitzender der Linken nach einer kurzen, aber prägenden Amtszeit zurückgetreten. Sein Abschied markiert das Ende einer Phase, in der die Umfragewerte der Partei deutlich stiegen. Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Linke auf ihrem anstehenden Parteitag in Potsdam einen neuen Vorsitzenden wählen wird.
Van Aken hatte das Amt gemeinsam mit Heidi Reichinnek übernommen und dabei vor allem ältere Wähler angesprochen sowie die außenpolitische Position der Partei gestärkt. Ihre Zusammenarbeit mit Ines Schwerdtner trug maßgeblich dazu bei, die Unterstützung für die Linke deutlich zu erhöhen. Unter ihrer Führung kletterten die Umfragewerte der Linken von nur 2–3 Prozent auf 8,8 Prozent bei der Bundestagswahl im Februar 2025.
In dieser Zeit wechselten über 700.000 Wähler – viele von den Grünen enttäuscht – zur Linken. Van Akens Führung, eine der kürzesten in der Parteigeschichte, hinterließ dennoch einen bleibenden Eindruck. Bei seiner letzten Pressekonferenz präsentierte er mit seiner typisch theatralischen Art eine schwarze Kiste, die er hinter einem Tisch hervorholte.
Später gestand er Journalisten, dass er und Schwerdtner die Öffentlichkeit zwei Jahre lang in die Irre geführt hätten. Dennoch lobte er sie für ihre herausragende Arbeit und die enge Partnerschaft. Mit einer Körpergröße von 1,98 Metern fiel er nicht nur politisch, sondern auch physisch auf. Luigi Pantisano soll nun auf dem Potsdamer Parteitag den Vorsitz übernehmen.
Van Akens Abschied war von Humor, Charme und einer Prise Theater geprägt. Die Gewinne der Partei in den Umfragen und bei der Wählergunst spiegeln seinen Einfluss wider. Sein Nachfolger übernimmt eine Partei, die nun eine stärkere Position in der deutschen Politik einnimmt.






