19 April 2026, 10:18

Hugo Boss in der Kritik: Warum der Modekonzern Kleinbetriebe mit Abmahnungen unter Druck setzt

Plakat, das eine Humoristen-Salon-Veranstaltung in Paris, Frankreich, ankündigt und Text zu seinen Angeboten enthält.

Hugo Boss in der Kritik: Warum der Modekonzern Kleinbetriebe mit Abmahnungen unter Druck setzt

Moderiese Hugo Boss gerät wegen aggressiver juristischer Schritte gegen Kleinunternehmen und gemeinnützige Organisationen in die Kritik

Der 1924 gegründete Modekonzern Hugo Boss steht in der Kritik, weil er mit harter juristischer Hand gegen kleine Betriebe und Hilfsorganisationen vorgeht, die in ihren Namen das Wort "BOSS" verwenden. Das Unternehmen, das heute weltweit über 439 Filialen betreibt, hat eine umstrittene Vergangenheit – darunter Verbindungen zum nationalsozialistischen Deutschland. Nun hat der Comedian Joe Lycett aus Protest gegen die Markenrechtspolitik des Konzerns seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen.

Hugo Boss blickt auf eine fast hundertjährige Geschichte zurück, doch diese umfasst auch dunkle Kapitel. Während des Zweiten Weltkriegs fertigte das Unternehmen SS-Uniformen für die Nationalsozialisten – unter Einsatz von Zwangsarbeit. Der Firmengründer war zudem langjähriges NSDAP-Mitglied und Unterstützer Adolf Hitlers. Erst 2011 entschuldigte sich die Marke öffentlich für das Leid, das in ihren Kriegsfabriken verursacht wurde.

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In den letzten Jahren verschickte Hugo Boss Abmahnungen an Kleinbetriebe und gemeinnützige Initiativen, die das Wort "BOSS" in ihren Namen führten. Die Brauerei Boss Brewing aus Swansea gab nach einer solchen Abmahnung rund 10.000 Pfund für Anwaltskosten und eine Umfirmierung aus. Auch die Hilfsorganisation DarkGirlBoss sah sich mit juristischem Druck konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

Der britische Comedian Joe Lycett hat die Debatte nun auf die Spitze getrieben, indem er seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern ließ. In seiner Verbrauchersendung Got Your Back kündigte er an, unter diesem Namen ein neues Produkt auf den Markt zu bringen – und betonte dabei scherzhaft, dass er, anders als der ursprüngliche Hugo Boss, keine SS-Uniformen produziert habe.

Der Konflikt zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen dem Markenschutz großer Konzerne und den Auswirkungen auf kleinere Akteure. Während Hugo Boss seine Vorgehensweise verteidigt, werfen Kritiker dem Unternehmen vor, mit seinen Klagen unabhängige Betriebe unverhältnismäßig zu belasten. Lycetts Namensänderung hat die Diskussion über die umstrittene Vergangenheit und Gegenwart des Modekonzerns neu entfacht.

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