20 April 2026, 04:18

Zwei Denkmäler, zwei Geschichten: Erinnerung und Provokation in Brandenburg und Washington

Ein Holocaust-Denkmal-Monument in einem jüdischen Friedhof in Berlin, das eine Wand mit Text und Zahlen zeigt, umgeben von Bäumen und einem Zaun mit verstreuten trockenen Blättern.

Zwei Denkmäler, zwei Geschichten: Erinnerung und Provokation in Brandenburg und Washington

Ein stilles Denkmal am Rande einer Landstraße in Brandenburg dient als Ort des Gedenkens für diejenigen, die in den 1940er-Jahren zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Es ehrt Opfer wie Jutta Baumwol, die nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Unterdessen ließ der damalige US-Präsident Donald Trump mitten in den Protesten gegen die koloniale Vergangenheit der USA eine Statue von Christoph Kolumbus errichten.

Das Brandenburg-Denkmal wurde 2018 auf Initiative von Jutta Baumwols Bruder errichtet. Es steht am Eingang des Gutes Neuendorf im Sande, wo einst Zwangsarbeiter schuften mussten. Besucher versammeln sich dort alljährlich am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai). In diesem Mai werden besonders viele erwartet – Baumwol wäre an diesem Tag 101 Jahre alt geworden.

Das Denkmal soll ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte bewahren und Nachkommen einen Ort des Trauerns und der Besinnung bieten. Sein Zweck steht in scharfem Kontrast zur Kolumbus-Statue in Washington, die 2020 während der Black-Lives-Matter-Proteste aufgestellt wurde. Trumps Schritt galt als Gegenwehr gegen die Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit Amerikas.

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Italienisch-amerikanische Gruppen unterstützten Trumps Entscheidung und argumentierten, die Statue werde "friedlich erstrahlen" und bleibe "geschützt". Die beiden Denkmäler markieren heute ganz unterschiedliche Geschichtsbilder: Das eine erinnert an die Opfer nationalsozialistischer Unterdrückung, das andere entfacht erneut Debatten über das koloniale Erbe. Beide ziehen weiterhin Besucher an – wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Quelle