24 June 2026, 00:17

Gericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen im Deepfake-Skandal

Ulmen triumphiert über 'Der Spiegel' vor Gericht

Gericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen im Deepfake-Skandal

Ein deutsches Gericht hat Der Spiegel die Veröffentlichung bestimmter Behauptungen in einem Deepfake-Skandal um den Schauspieler Christian Ulmen untersagt. Im Mittelpunkt des Falls stehen Vorwürfe, Ulmen habe mithilfe von KI gefälschte Pornografie mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, erstellt. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte daraufhin an, die Gesetze gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes zu verschärfen.

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Der Rechtsstreit begann im April, als Ulmen vor dem Landgericht Hamburg gegen Der Spiegel klagte. Im Mai entschied das Gericht, dass die Berichterstattung des Magazins über die Deepfake-Vorwürfe rechtlich zulässig sei. Allerdings verbot es die Veröffentlichung von Zitaten aus einer 50 Jahre alten E-Mail, die Ulmen an seinen Verteidigungskanzlei geschickt hatte, mit der Begründung, diese falle in den „höchstgeschützten Kernbereich des privaten Lebens“.

Das Hanseatische Oberlandesgericht erließ später eine einstweilige Verfügung und untersagte Der Spiegel, zentrale Vorwürfe zu wiederholen. Das Gericht begründete dies damit, dass es keine ausreichenden Beweise dafür gebe, dass Ulmen KI-generierte gefälschte Pornografie mit Fernandes erstellt und verbreitet habe. Das Magazin darf weiterhin über Fernandes’ separaten Vorwurf der körperlichen Misshandlung berichten.

Fernandes wirft Ulmen vor, die KI-generierten Videos angefertigt und unter ihrem Namen gefälschte Social-Media-Profile eingerichtet zu haben. Sie behauptet, er habe diese Profile genutzt, um mit anderen Männern in Kontakt zu treten, sich teilweise am Telefon als sie auszugeben und sexuelle Gespräche zu führen.

Der Fall hat politische Reaktionen ausgelöst. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) plant, das Strafrecht gegen „digitale sexualisierte Gewalt“ zu verschärfen. Auch andere Politikerinnen wie die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang fordern strengere Regularien gegen den Missbrauch von KI. Konservative Abgeordnete wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) setzen sich für eine Pflicht zur Klarnamennutzung im Internet ein.

Das Gerichtsurteil beschränkt, was Der Spiegel über die Vorwürfe veröffentlichen darf. Das Magazin kann weiterhin über Fernandes’ Anzeige wegen körperlicher Misshandlung berichten. Unterdessen drängen Politiker auf gesetzliche Reformen, um das wachsende Problem nicht einvernehmlicher Deepfake-Inhalte einzudämmen.

Quelle