Freilassung von Hammerbande-Chefin Lina E. löst Debatte über politische Gewalt aus
H.-Dieter ReuterFreilassung von Hammerbande-Chefin Lina E. löst Debatte über politische Gewalt aus
Lina E., die verurteilte Anführerin der militanten linksextremen Gruppe Hammerbande, ist vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte die Entscheidung und setzte damit ihre fünfjährige Haftstrafe nach etwa zwei Dritteln der verbüßten Zeit aus. Das Urteil folgt auf einen viel beachteten Prozess, der sich mit gewalttätigen Angriffen auf mutmaßliche Rechtsextremisten in Ostdeutschland befasste.
Zwischen 2018 und 2020 führte Lina E. die Hammerbande an, ein Netzwerk, das Hinterhalte auf angebliche Neonazis und rechtsextreme Akteure verübte. Die Gruppe setzte dabei Waffen wie Hämmer, Metallstangen und Pfefferspray ein, wobei Opfer teilweise schwer verletzt wurden. Während ihres Prozesses in Dresden herrschten hohe Sicherheitsvorkehrungen, da die Behörden Ausschreitungen und weitere politische Gewalt befürchteten.
Am 31. Mai 2023 verurteilte das Oberlandesgericht Dresden sie zu fünf Jahren und drei Monaten Haft wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung, gefährlicher Körperverletzung, Urkundenfälschung, Diebstahls und Nötigung. Der BGH bestätigte das Urteil am 19. März 2025 weitgehend, lehnte jedoch einen Antrag der Staatsanwaltschaft auf Vollstreckung der Reststrafe ab.
Kritiker werfen seitdem die Frage auf, ob das Urteil eine ungleiche Behandlung von linker und rechter politischer Gewalt in Deutschland widerspiegelt. Trotz der Kontroverse ist Lina E. nun auf Bewährung frei.
Die Entscheidung des BGH bedeutet, dass Lina E. ihre ursprüngliche Haftstrafe nicht vollständig verbüßen muss. Ihre Entlassung erfolgt nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der gewalttätigen Kampagne der Hammerbande. Der Fall hat die Debatte darüber neu entfacht, wie das deutsche Justizsystem mit politisch motivierter Kriminalität umgeht.






