Fracking in Deutschland: Kann Schiefergas die Energiekrise mildern?
Paula GumprichFracking in Deutschland: Kann Schiefergas die Energiekrise mildern?
Deutschland prüft derzeit, ob hydraulisches Frakturieren – auch Fracking genannt – die langfristige Erdgasversorgung des Landes stärken könnte. Das Land verfügt über beträchtliche Schiefergasvorkommen, doch deren Förderung würde erhebliche Infrastrukturinvestitionen und regulatorische Anpassungen erfordern. Fachleute gehen davon aus, dass das Verfahren einen bescheidenen, aber dennoch spürbaren Anteil am künftigen Gasbedarf decken könnte.
Durch Fracking ließen sich bis 2025 schätzungsweise 6 bis 12 Prozent des deutschen Gasverbrauchs abdecken. Die jährliche Förderung könnte 5 bis 10 Milliarden Kubikmeter erreichen – eine Menge, die global betrachtet jedoch eher gering ausfällt. Unklar bleibt allerdings, ob sich solche Projekte ohne staatliche Unterstützung wirtschaftlich rechnen würden.
Der Aufbau einer Fracking-Industrie würde mehrere Jahre in Anspruch nehmen und den Bau hunderter Bohrlöcher erfordern. Selbst für Probebohrungen müsste das derzeitige Fracking-Verbot aufgehoben werden. Bei strikter Einhaltung von Umweltauflagen gelten die ökologischen Risiken als begrenzt.
Trotz dieser Bemühungen würde Fracking kurzfristige Gasengpässe nicht lindern oder zu spürbaren Preissenkungen führen. Langfristig könnte das Verfahren zwar die Energiesicherheit Deutschlands verbessern, eine sofortige Entlastung wäre jedoch nicht zu erwarten. Die Auswirkungen auf den weltweiten Gasmärkten dürften zudem gering bleiben. Ob Fracking in Deutschland Erfolg hat, hängt letztlich von regulatorischen, wirtschaftlichen und ökologischen Faktoren ab.
