Flüchtling aus Syrien repariert kostenlos Geräte in Bremen und kämpft gegen Elektroschrott
Enrico HerrmannFlüchtling aus Syrien repariert kostenlos Geräte in Bremen und kämpft gegen Elektroschrott
Im Bremer Stadtteil Neue Vahr betreibt Karem Hasan hinter der Heilig-Geist-Kirche ein Reparaturcafé. Die 2019 gestartete Initiative hilft Anwohnern, defekte Geräte kostenlos zu reparieren. Neue Gesetze, die ab Juli in Kraft treten, werden seine Arbeit noch erleichtern, indem Hersteller verpflichtet werden, Produkte so zu gestalten, dass sie leichter zu reparieren sind.
Hasan kam 2018 nach Bremen, nachdem er mit seiner Familie vor dem Krieg in Syrien geflohen war. Acht Monate später eröffnete er das Reparaturcafé und stellte der Gemeinschaft sein handwerkliches Können zur Verfügung. Der Raum hat jeden Samstagmorgen geöffnet und unter der Woche nach seiner Vollzeitstelle in einem Industriebetrieb.
Falls Ersatzteile benötigt werden, unterstützt Hasan die Menschen dabei, diese zu beschaffen oder zu bestellen. Für seine Dienste verlangt er kein Geld. Sein Ziel ist es, Abfall zu reduzieren und andere dazu zu ermutigen, kaputte Dinge zu reparieren, statt sie wegzuwerfen.
Neue Vahr-Nord, wo das Café ansässig ist, weist ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 24.400 Euro auf – deutlich unter dem Bremer Durchschnitt von 40.100 Euro. Hasan erhielt 2024 die deutsche Staatsbürgerschaft und hat keine Pläne, nach Syrien zurückzukehren, da es dort an Infrastruktur und Dienstleistungen fehle. Im Dezember 2024 trat er zudem der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) bei.
Das bevorstehende „Recht auf Reparatur“-Gesetz wird Hasans Bemühungen unterstützen, indem es sicherstellt, dass Produkte langlebiger und reparierbar konstruiert werden. Sein Café bietet weiterhin einen kostenlosen Service an, der Anwohnern Geld spart und gleichzeitig Elektroschrott verringert. Die Initiative steht allen Freiwilligen offen, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der Gemeinschaft engagieren möchten.






