25 May 2026, 02:17

Florentina Holzinger inszeniert spektakuläre Pfingstperformance zwischen Wien und Prinzendorf

Florentina Holzingers 'Pfingstspiel' mit Friedenstauben und Monstertrucks

Florentina Holzinger inszeniert spektakuläre Pfingstperformance zwischen Wien und Prinzendorf

Eine mutige und spektakuläre Pfingstperformance in Wien unter der Regie von Florentina Holzinger

In Wien inszenierte Florentina Holzinger eine kühn-dramatische Pfingstaufführung, die zunächst im Wiener Eislaufverein stattfand und später nach Schloss Prinzendorf verlegt wurde. Das Spektakel verband extreme Körperlichkeit mit eindrucksvollen visuellen Elementen. Holzingers rein weibliches Ensemble sprengte Grenzen – von Drohnen bis zu Monstertrucks war alles Teil der Inszenierung.

Den Auftakt bildete eine nackte Frau, die sich in Zeitlupe an der Fassade des Intercontinental Hotels hinabließ. Dies setzte den Ton für eine Reihe intensiver, symbolträchtiger Szenen. Später zermalmte ein Monstertruck ein hölzernes Panzer-Modell – eine Geste, die als Friedensappell zu verstehen war.

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Auf Schloss Prinzendorf, dem spirituellen Zentrum von Hermann Nitschs Orgien-Mysterien-Theater, inszenierte Holzinger mit ihrem Ensemble ein „Letztes Abendmahl“ im Schlosshof. Einige Performerkünstlerinnen ertrugen Haken, die ihnen in Schultern und Knie eingesetzt wurden, was die körperliche Radikalität noch steigerte. Der Heilige Geist machte seinen Auftritt als Fallschirmspringer mit einer Tauben-Helmkamera und landete, um eine weiße Fahne in den zerstörten Panzer zu stecken.

Technik spielte eine zentrale Rolle: Drohnen besprühten eine nackte, gekreuzigte Performerin mit roter Farbe in einer „Malaktion“, inspiriert von Nitschs Erbe. Autos, ein Motorrad und Musikinstrumente wurden in die Choreografie eingebunden. Den Höhepunkt bildete eine schwebende Installation, bei der Holzinger und ihre „Jüngerinnen“ sanft über dem Publikum in der Luft hingen.

Die Aufführung verschmolz extreme körperliche Akte mit modernster Technik und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Holzingers Werk ehrte Nitschs provokativen Stil, fand aber gleichzeitig einen eigenen Platz im zeitgenössischen Theater. Das Spektakel endete in einer Mischung aus bombastischer Show und feierlicher Andacht – eine Verstärkung der Themen Opfer und Erneuerung.

Quelle