05 June 2026, 16:03

Ex-Handelsinspektor nach Corona-Protesten und Arbeitszeitbetrug entlassen

Lucian Michaelis: Als 'rechts' denunziert

Ex-Handelsinspektor nach Corona-Protesten und Arbeitszeitbetrug entlassen

Ein ehemaliger leitender Handelsinspektor in Sachsen-Anhalt hat nach Konflikten mit den Behörden wegen der Pandemiepolitik seinen Job verloren. Lucian Michaelis wurde 2024 nach Vorwürfen der Arbeitszeitbetrugs und seiner Beteiligung an Anti-Corona-Protesten entlassen. Sein Fall wurde nun vom Verwaltungsgericht Halle rechtlich abschließend geregelt – obwohl einige Anschuldigungen fallen gelassen wurden.

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Lucian Michaelis arbeitete als Handelsinspektor beim Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt, bis er seines Amtes enthoben wurde. Seine Probleme begannen, als er öffentlich die Impfpolitik kritisierte und sich Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen anschloss. Im Februar 2022 wurde er am Rande eines Fackelmarsches in Halberstadt gesichtet – ein Auftritt, der ihm den Vorwurf einbrachte, er stehe dem rechtsextremen Spektrum nahe.

Im Gerichtsverfahren wurden mehrere Vorwürfe gegen ihn geprüft. Zwar wiesen die Richter die schwerwiegendsten Anschuldigungen zurück, doch bestätigten sie die Vorwürfe des Arbeitszeitbetrugs sowie mangelnde Leistungen in nicht-fachlichen Bereichen. Diese Urteile machten eine Weiterbeschäftigung im öffentlichen Dienst unmöglich.

Michaelis’ Haltung war geprägt von seinem lutherisch-christlichen Glauben, der sich mit den Ansichten seines Vaters deckte. Martin Michaelis, Pfarrer in Quedlinburg, hatte ebenfalls die Pandemie-Maßnahmen abgelehnt und war als unabhängiger Kandidat mit Unterstützung der AfD angetreten. Der Vater veröffentlichte 2025 zudem eine Anthologie mit dem Titel „Mut zum Widerspruch: Stimmen des ‚Keine Alternative‘-Widerstands“, die ihren gemeinsamen Widerstandsgeist widerspiegelt.

Trotz rechtlicher Gegenwehr bestätigte das Verwaltungsgericht Halle die Entlassung Michaelis’ und beendete damit seine Laufbahn im öffentlichen Dienst.

Die Entscheidung des Gerichts setzt dem langwierigen Streit um Michaelis’ Verhalten und seine Anstellung ein Ende. Zwar wurden einige Vorwürfe fallengelassen, doch der Vorwurf des Arbeitszeitbetrugs blieb bestehen – mit der Folge seiner endgültigen Entlassung. Sein Fall zeigt die Konsequenzen öffentlichen Widerspruchs während der Pandemie, insbesondere für Beamte.

Quelle