Europas größte Genomdatenbank startet mit 100.000 genetischen Profilen
Harry GirschnerEuropas größte Genomdatenbank startet mit 100.000 genetischen Profilen
Europa hat sein bisher größtes Genomdatenbank-Projekt gestartet. Die Initiative "Genome of Europe" wird die genetischen Informationen von über 100.000 Menschen auf dem gesamten Kontinent erfassen. Koordiniert wird das Vorhaben vom Erasmus Universitair Medisch Centrum in den Niederlanden; Ziel ist es, innerhalb der nächsten 42 Monate eine detaillierte Referenzdatenbank aufzubauen.
In der ersten Phase des Projekts werden vollständige Genomsequenzen einer breiten Palette von Teilnehmenden analysiert. Dazu zählen Menschen verschiedener Nationalitäten, Krebspatient:innen sowie Personen mit seltenen Erkrankungen. Jedes Genom wird mittels Vollgenomsequenzierung vollständig entschlüsselt, um eine hohe Genauigkeit zu gewährleisten.
Die entstehende Datenbank wird neu erhobene Daten mit bereits vorhandenen genomischen Datensätzen kombinieren. Dieser Ansatz soll die vielfältigen Bevölkerungsgruppen Europas präziser abbilden. Die Initiative ist Teil eines größeren europäischen Plans, eine Datenbank mit mindestens einer Million Genomen aufzubauen.
Die Gesamtförderung des Projekts beläuft sich auf rund 45 Millionen Euro, die je zur Hälfte von der Europäischen Union und den beteiligten Mitgliedstaaten getragen werden. Das Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik in Tübingen ist die einzige deutsche Einrichtung, die sich beteiligt, und steuert knapp sechs Millionen Euro bei. Diese Mittel stammen jeweils zur Hälfte aus der EU und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Das "Genome of Europe"-Projekt läuft über 42 Monate und schafft eine europaweite Referenzdatenbank. Die Initiative wird die medizinische Forschung unterstützen, indem sie detaillierte genetische Informationen aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen bereitstellt. Die fertige Datenbank soll zu einer zentralen Ressource für künftige Studien zu Krankheiten und genetischen Variationen werden.






