31 May 2026, 00:15

"Ende Gelände" löst Protestwelle gegen fossile Industrie im Ruhrgebiet aus

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

"Ende Gelände" löst Protestwelle gegen fossile Industrie im Ruhrgebiet aus

Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Allianz Ende Gelände haben eine Protestwelle im Ruhrgebiet ausgelöst. Am Freitag richteten sich rund 1.500 Demonstrant:innen gegen zentrale Industrieanlagen, darunter Kraftwerke und Fabriken. Die Aktionen finden vor einer großen Kundgebung am Samstag statt – trotz eines polizeilichen Verbots für den ursprünglich geplanten Versammlungsort.

Die Proteste begannen bereits in den frühen Morgenstunden des Freitags: Aktivist:innen besetzten Gleisanlagen des Werks Europipe in Mülheim an der Ruhr, dem größten Rohrhersteller Europas. Eine weitere Gruppe störte den Schichtwechsel im Gießereibetrieb Friedrich Wilhelms Hütte, der zum Rüstungskonzern KNDS gehört. Unterdessen zogen in Hamm Demonstrant:innen mit einem Transparent in Richtung Hauptbahnhof, auf dem „Energiekonzerne enteignen“ stand.

In Gelsenkirchen blockierten Protestierende das Kraftwerk Scholven, wo Pläne für eine neue Gasanlage in der Kritik stehen. Die Aktionen sind Teil einer breiteren Kampagne gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastruktur in der Region. Ende Gelände, unterstützt von Greenpeace, BUND, Fridays for Future und Campact, ruft zu einer massenhaften Teilnahme an der Samstagsdemonstration auf.

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Allerdings bestätigte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen das polizeiliche Verbot der geplanten Kundgebung am Kraftwerk Gersteinwerk. Die Organisator:innen haben gegen den Beschluss Berufung eingelegt und erwägen, die Auftaktkundgebung stattdessen in die Nähe von Hamm zu verlegen. Trotz der Rückschläge betonen sie, dass die Proteste wie geplant stattfinden werden.

Die jüngste Ankündigung der Bundesregierung, sich mit einer Millardenbeteiligung am Rüstungskonzern KNDS – bekannt für die Produktion von Panzerstahl statt Windradkomponenten – zu beteiligen, hat die Spannungen zusätzlich verschärft. Aktivist:innen werfen der Regierung vor, militärische Produktion über erneuerbare Energien zu stellen.

Für Samstag wird trotz der rechtlichen Hürden mit großen Teilnehmerzahlen gerechnet. Die Proteste spiegeln den wachsenden Widerstand gegen fossile Energieprojekte im Ruhrgebiet wider. Die Organisator:innen zeigen sich entschlossen, ihre Pläne umzusetzen – notfalls an einem alternativen Versammlungsort.

Quelle