Die Linke kämpft mit Festival gegen Rückkehr der Wehrpflicht für junge Männer
H.-Dieter ReuterDie Linke kämpft mit Festival gegen Rückkehr der Wehrpflicht für junge Männer
Die Linke startet Anti-Wehrpflicht-Festival für junge Menschen
Die Linkspartei hat ein Festival gegen die Wehrpflicht ins Leben gerufen, das sich gezielt an junge Menschen richtet. Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Partei, führt die Kampagne gegen die militärische Erfassung an und ruft zum Widerstand gegen das auf, was sie als „erzwungene Einbindung in die Streitkräfte“ bezeichnet.
Seit Beginn des Jahres 2023 sind alle jungen Männer, die 2008 oder später geboren wurden, verpflichtet, einen Fragebogen zur militärischen Registrierung auszufüllen. Bis Anfang Mai hatten jedoch etwa 25 Prozent der Betroffenen dies nicht getan – ihnen drohen nun Bußgelder. Zwar ist die Erfassung selbst verpflichtend, eine tatsächliche Einberufung bleibt vorerst jedoch freiwillig.
Die Bundeswehr zählt derzeit knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und hat damit bereits das im Wehrpflichtgesetz für 2026 festgelegte Mindestziel erreicht. Langfristig soll die Truppe jedoch auf mindestens 255.000 Personen bis 2035 anwachsen. Aufgrund begrenzter Kapazitäten werden derzeit nur Freiwillige zu ersten Eignungstests eingeladen.
Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags und Mitglied der Linkspartei, schlägt vor, die Schulpflicht um ein „soziales Jahr“ zu erweitern. Dies könnte Dienste im Rettungswesen, bei Feuerwehren oder auch beim Militär umfassen. Unterdessen argumentiert der parteinahe Berater und ehemalige Soldat Daniel Lücking, die Wehrpflicht sei überholt. Moderne Sabotageakte könnten mit minimalem Aufwand massive Schäden anrichten, so seine Begründung.
Die Kampagne der Linkspartei zeigt, dass der Widerstand gegen die militärische Erfassung unter jungen Deutschen wächst. Angesichts möglicher Strafen bei Nichtbefolgung und der langfristigen Ausbaupläne für die Bundeswehr wird die Debatte über Wehrpflicht und Alternativen weitergehen. Die Vorschläge und Proteste der Partei könnten die künftige Ausgestaltung der Politik maßgeblich prägen.
