08 June 2026, 14:19

Deutschland führt Zuckersteuer auf Limonaden bis 2028 ein – doch bringt sie wirklich weniger Süßes?

Wie das Landwirtschaftsministerium Schön die Zuckerfortschritte Berechnet Hat

Deutschland führt Zuckersteuer auf Limonaden bis 2028 ein – doch bringt sie wirklich weniger Süßes?

Deutschland plant die Einführung einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke bis 2028, um den Zuckerkonsum zu reduzieren. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund widersprüchlicher Berichte darüber, ob der Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken in den letzten Jahren tatsächlich gesunken ist. Branchenverbände lehnen die geplante Abgabe bereits ab.

Die Bundesregierung kündigte Pläne für eine Zuckersteuer auf gesüßte Getränke an, die voraussichtlich jährlich rund 450 Millionen Euro einbringen soll. Laut Entwurf wären Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter von der Steuer befreit. Bei einem Zuckergehalt von fünf bis acht Gramm würde ein Aufschlag von 26 Cent pro Liter fällig, während stark zuckerhaltige Getränke mit 32 Cent zusätzlich belastet würden.

Offizielle Zahlen des Bundeslandwirtschaftsministeriums wiesen einen Rückgang des Zuckeranteils um 15 Prozent zwischen 2018 und 2024 aus. Interne Unterlagen zeigten jedoch nur einen Rückgang von 9,1 Prozent. Die 15-Prozent-Angabe bezog sich zudem lediglich auf einen gewichteten Durchschnitt marktrelevanter Getränke, nicht auf alle untersuchten Produkte.

Eine Studie des Max Rubner-Instituts ergab, dass sich der Zuckergehalt in gesüßten Erfrischungsgetränken im selben Zeitraum kaum verändert hat. Tatsächlich enthielten herkömmliche Getränke in kindgerechter Verpackung 2024 sogar 23 Prozent mehr Zucker als 2019. Trotz dieser Erkenntnisse treibt die Regierung die Steuerpläne voran.

Die Zucker- und Getränkeindustrie hat bereits mit Lobbyarbeit gegen die Maßnahme begonnen und argumentiert, sie ziele ungerechtfertigt auf ihre Produkte ab. Kritiker befürchten, dass die Steuer die Preise für Verbraucher erhöhen könnte, ohne zwangsläufig zu gesünderen Entscheidungen beizutragen.

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Die Steuer soll 2028 in Kraft treten, wobei sich die Sätze nach der Zuckerkonzentration richten. Falls wie geplant umgesetzt, betrifft sie ein breites Spektrum gesüßter Getränke, die in Deutschland verkauft werden. Ob die Maßnahme den Zuckerkonsum tatsächlich verringert, hängt von der Einhaltung der Vorgaben und davon ab, ob Verbraucher zu zuckerärmeren Alternativen greifen.

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