CSD Dresden: Warum ein Video falsche Eindrücke über die Besucherzahlen weckt
Enrico HerrmannCSD Dresden: Warum ein Video falsche Eindrücke über die Besucherzahlen weckt
Ein online geteiltes Video hat eine Debatte über die Besucherzahlen bei den Dresdner Christopher-Street-Day-Feierlichkeiten (CSD) ausgelöst. Die Aufnahme zeigt am Abend des 5. Juni nur eine kleine Gruppe von Menschen auf einem einzigen Wagen, die den Altmarkt betreten. Einige Nutzer sozialer Medien nutzen das Video, um Angaben zur Größe der Veranstaltung infrage zu stellen.
Das Video zeigt jedoch nicht die Hauptparade des CSD, die am 6. Juni stattfand. Diese umfasste deutlich mehr Wagen und Teilnehmer als die im Clip gezeigte kleinere Versammlung am Vorabend.
Die kürzeren Kundgebungen am 4. und 5. Juni waren kurzfristig organisiert worden, nachdem ein Rechtsstreit die Planung beeinflusst hatte. Sie standen unabhängig von der größeren, lange geplanten Demonstration am 6. Juni.
Medien wie MDR und die Sächsische Zeitung berichteten von „tausenden Menschen“ beim diesjährigen CSD. Weder sie noch die Stadt Dresden haben jemals behauptet, es seien 250.000 Besucher gewesen. Die Stadt bestätigte, dass keine offizielle Zahl dieser Höhe genannt wurde.
Seit 2004 zieht das begleitende politische Straßenfest etwa 310.000 Besucher an. Auf der Website der Veranstaltung wird vermerkt, dass seit 1994 rund 260.000 Menschen an den CSD-Demonstrationszügen teilgenommen haben.
Das fragliche Video zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der Feierlichkeiten. Die Hauptparade am 6. Juni verzeichnete eine deutlich höhere Beteiligung und einen größeren Umfang. Offizielle Quellen und Medienberichte stützen nicht die Behauptung, beim diesjährigen CSD seien 250.000 Teilnehmer anwesend gewesen.






