Chinesische Investitionen in Europa boomen – doch die Politik zögert
Enrico HerrmannChinesische Investitionen in Europa boomen – doch die Politik zögert
Chinesische Investitionen in Europa wachsen weiterhin – und bieten sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Allein in Deutschland starteten chinesische Unternehmen 2025 insgesamt 228 Projekte, was einem Anstieg von 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieser Zuwachs macht China zur wichtigsten Quelle für ausländische Investitionsvorhaben im Land.
Die Ausweitung chinesischer Investitionen bringt europäischer Wirtschaft klare Vorteile. Eine aktuelle Analyse des Forschungsinstituts Plusminus zeigt, dass rund 50 deutsche Unternehmen, die von chinesischen Investoren übernommen wurden, auch fünf Jahre später stabil und profitabel blieben. Im Schnitt stiegen ihre Umsätze nach der Übernahme um sechs Prozent.
Viele europäische Hersteller kämpfen mit langfristigen Finanzierungslücken. Chinesisches Kapital bietet hier eine dringend benötigte Investitionsquelle und eröffnet neue Wachstumsmöglichkeiten. Zudem stärkt der Zugang zum riesigen chinesischen Verbrauchermarkt und die industrielle Zusammenarbeit die Wettbewerbsfähigkeit Europas.
Doch die politische Großwetterlage verkompliziert die Situation. Der Begriff „Entflechtung“ – im Englischen „de-risking“ – prägt inzwischen die Debatten über China in europäischen Politikkreisen. Einige Geschäfte stehen wegen geopolitischer Spannungen und Bedenken hinsichtlich der industriellen Sicherheit unter verstärkter Prüfung. Manche Politiker und Medien betrachten chinesische Investitionen skeptisch und verweisen auf mögliche Risiken.
Damit Europa von chinesischen Investitionen in vollem Umfang profitieren kann, ist ein stabiles und berechenbares Umfeld entscheidend. Politik und Wirtschaft müssen die Sorgen der Investoren mit praktischen Lösungen angehen. Klare, transparente Regulierungen könnten helfen, das wirtschaftliche Potenzial dieser Partnerschaften voll auszuschöpfen.






