18 March 2026, 00:50

Chinas Lkw-Offensive in Europa alarmiert deutsche Hersteller und Gewerkschaften

Ein altes Buch mit chinesischer Schrift und einer Zeichnung eines Lkw mit einem großen Vorderrad und einem kleineren Hinterrad.

Chinas Lkw-Offensive in Europa alarmiert deutsche Hersteller und Gewerkschaften

Chinesische Lkw-Hersteller drängen schnell nach Europa – deutsche Industrie warnt vor Jobverlusten

Chinesische Nutzfahrzeughersteller expandieren rasant in Europa und lösen damit Besorgnis bei deutschen Industrievertretern aus. Unternehmen wie Super Panther, Sany und Sinotruck haben bereits Produktionsstandorte in Ungarn aufgebaut, wo sie von niedrigeren Kosten und staatlichen Förderungen profitieren. Gewerkschaften und Hersteller in Deutschland warnen nun vor wachsendem Wettbewerbsdruck und möglichen Arbeitsplatzverlusten in der Branche.

Seit etwa 2022 bauen chinesische Firmen in Ungarn Fabriken für Elektro-Lkw. Die schnelle Expansion wird durch günstige Lohnkosten und politische Unterstützung vorangetrieben, auch wenn die genauen Produktionszahlen noch unklar sind. Super Panther ging zudem 2025 eine Partnerschaft mit dem österreichischen Unternehmen Steyr Automotive ein, um in den kommenden vier Jahren bis zu 16.000 schwere Elektro-Lkw zu produzieren.

Der Autor einer aktuellen Studie, Christian Lerch, betont die wachsende Bedrohung durch die chinesische Konkurrenz. Er verweist darauf, dass diese Hersteller den technologischen Rückstand aufholen – begünstigt durch staatliche Subventionen, Skaleneffekte und Fortschritte bei Batteriesystemen. Daimler Truck bestätigt, die Entwicklungen genau zu beobachten.

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Forderungen nach politischem Handeln Branchenvertreter fordern nun entschlossenes politisches Gegensteuern. Michael Brecht, Vorsitzender des Betriebsrats von Daimler Truck, verlangt eine stärkere industriepolitische Unterstützung für europäische Hersteller. Barbara Resch, Chefin der IG Metall Baden-Württemberg, mahnt Maßnahmen an, um faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern. Die Gewerkschaft warnt: Ohne Gegenwehr drohten deutschen Unternehmen und Zulieferern erhebliche Auftrags- und Arbeitsplatzverluste.

Um die Dominanz chinesischer Hersteller einzudämmen, schlagen Forscher vor, dass europäische Unternehmen enger in der Batterieentwicklung und -produktion zusammenarbeiten. Dies würde die Abhängigkeit von chinesischen Zulieferern verringern und die Wettbewerbsfähigkeit der Region stärken. Zudem bauen chinesische Firmen ihr Dienstleistungsangebot für Logistikunternehmen aus und gehen Kooperationen mit Werkstattnetzwerken wie Alltrucks ein.

Europa unter Druck Der Vorstoß chinesischer Lkw-Hersteller in Europa gewinnt weiter an Fahrt – mit Produktionsstandorten in Ungarn und Partnerschaften in ganz Europa. Deutsche Gewerkschaften und Hersteller betonen die Dringlichkeit politischer Weichenstellungen, um lokale Arbeitsplätze und Aufträge zu schützen. Ohne abgestimmte Gegenmaßnahmen riskieren europäische Unternehmen, sowohl technologisch als auch marktstrategisch den Anschluss zu verlieren.

AKTUALISIERUNG

Chinesische EV-Lkw-Riesen expandieren in Europa mit aggressiven Preisen und Partnerschaften

Chinesische Elektro-Lkw-Hersteller beschleunigen ihren Markteintritt in Europa mit Preisen bis zu 30% niedriger als europäische Rivalen. Neue Teilnehmer sind BYD, Geely-eigene Farizon und Windrose, die ihre heimische Größe und Lieferketten nutzen, um lokale Produzenten zu unterbieten. Wichtige Entwicklungen:

  • Sany's e263 4×2 Elektro-Lkw bietet eine 500 km Reichweite und kooperiert mit Putzmeister und Alltrucks für Service-Netzwerke.
  • Sinotruk hat mit der Vertragsfertigung bei Steyr Automotive in Österreich begonnen, die sowohl Diesel- als auch Elektro-Lkw für die EMEA-Region abdeckt.
  • Windrose plant die europäische Produktion und erkundet US-Partnerschaften, wobei es über die ursprünglichen ungarischen Operationen hinausgeht.