Brandenburgs rot-schwarze Koalition zieht Bilanz nach 100 Tagen im Amt
Harry GirschnerBrandenburgs rot-schwarze Koalition zieht Bilanz nach 100 Tagen im Amt
Die rot-schwarze Koalition in Brandenburg hat ihre ersten 100 Tage im Amt erreicht. Die Zusammenarbeit zwischen SPD und CDU folgte auf das Scheitern des Bündnisses der SPD mit der BSW im Januar. Beide Parteien bezeichnen ihre Kooperation inzwischen als stabil und produktiv.
Die Regierung übernahm die Macht, nachdem die BSW-Fraktionsvorsitzende die Tragfähigkeit der neuen Partnerschaft infrage gestellt hatte. Seither hat die Koalition bereits Gesetze verabschiedet, um die Berufung von Hochschulprofessoren zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen.
Eine der größten Herausforderungen bleibt der Doppelhaushalt für 2027 und 2028. Die Regierung will ein Defizit von knapp einer Milliarde Euro schließen. Ein Urteil des Verfassungsgerichts zu Beamtengehältern verschärft den Druck zusätzlich und belastet den Haushalt mit weiteren 300 bis 600 Millionen Euro.
Um den Haushalt auszugleichen, sind erhebliche Kürzungen in mehreren Ministerien geplant. Die Bildungs- und Gesundheitsressorts werden jedoch nur geringfügig betroffen sein. Zudem will die Koalition in den nächsten 3,5 Jahren neue Gesetze auf den Weg bringen, darunter die Ausweitung von Polizeibefugnissen, eine Reform der Kita-Finanzierung und die Verpflichtung zu Tarifverträgen bei öffentlichen Aufträgen.
Noch in diesem Herbst plant die Regierung die Einführung einer Landarztquote. Zudem sollen unbemannte „Mini-Supermärkte“ in unterversorgten Gebieten zugelassen werden.
In den kommenden Jahren stehen die Koalition vor finanziellen und gesetzgeberischen Hürden. Haushaltskürzungen und neue Gesetze werden darüber entscheiden, ob sie ihre Versprechen einlösen kann. Die ersten 100 Tage zeigen erste Fortschritte – doch der Weg bleibt anspruchsvoll.






