Brandenburger müssen bald für Notrufe zahlen – selbst ohne Krankenhausfahrt
Harry GirschnerBrandenburger müssen bald für Notrufe zahlen – selbst ohne Krankenhausfahrt
Notrufe in Brandenburg könnten für manche Einwohner bald Rechnungen nach sich ziehen – selbst wenn Patienten nicht ins Krankenhaus gebracht werden. Denn auch dann können Kosten für Rettungsdienst und Notarzt anfallen. Die geplante Praxis sorgt in der Region für Besorgnis.
Bisher übernehmen Landkreise und kreisfreie Städte in der Regel die Gebühren für Notfalltransporte, wobei die Kosten von den Krankenkassen erstattet werden. Doch der Landkreis Märkisch-Oderland kündigte an, rund 2.000 Bürgern Rechnungen für Einsätze ohne Patiententransport zu schicken. Als Grund nennt die Verwaltung eine Finanzierungslücke von 2,2 Millionen Euro. Die ersten Bescheide könnten Ende Juni oder Anfang Juli 2025 verschickt werden.
Die Stadt Cottbus hat das Problem bereits gelöst: Durch eine Vereinbarung mit den Krankenkassen werden dort keine Rechnungen an Patienten gestellt. Unterdessen prüft die Brandenburgische Landesregierung einen Wechsel vom bisherigen gesetzlich festgelegten Abrechnungsmodell zu einem verhandlungsbasierten System für die Kostenberechnung von Notdiensten.
Gesundheitsminister René Wilke (SPD) hofft, dass Bürger keine Rechnungen erhalten. Er ist auf verschiedenen Ebenen in Gespräche eingebunden, kann aber nicht ausschließen, dass es doch dazu kommt. Bisher wurden in Brandenburg noch keine Gebühren für Rettungsfahrten in Rechnung gestellt.
Die Landesregierung arbeitet weiterhin an einer Lösung, um die Bürger vor Notfalltransportkosten zu schützen. Die Verhandlungen laufen noch, doch einige Landkreise wie Märkisch-Oderland sind bereit, selbst aktiv zu werden, falls keine Einigung zustande kommt. Ob es zu Rechnungen kommt, hängt von den weiteren Verhandlungen zwischen Kommunen und Krankenkassen ab.






