Blutige Wolfsangriffe im Schwarzwald lösen Panik bei Landwirten aus
Harry GirschnerBlutige Wolfsangriffe im Schwarzwald lösen Panik bei Landwirten aus
Ein Einzelgänger hat im Schwarzwald Angst ausgelöst, nachdem eine Serie tödlicher Angriffe auf Nutztiere verübt wurden. In den vergangenen Wochen wurden in Schluchsee und Lenzkirch Schafe und ein Kalb getötet – die Behörden bestätigten, dass ein Raubtier dafür verantwortlich ist. Die Vorfälle haben bei Landwirten und Anwohnern der Region erneut Besorgnis ausgelöst.
Die Probleme begannen in Schluchsee, wo mehrere Schafe tot aufgefunden wurden und andere so schwer verletzt waren, dass sie eingeschläfert werden mussten. Später bestätigten die Behörden, dass ein Wolf für den Angriff verantwortlich war. Das Verhalten des Tiers entsprach dem eines jungen Wolfs, der bekanntlich weniger vorsichtig im Umgang mit Nutztieren ist.
Nur wenige Tage später wurde in der nahegelegenen Gemeinde Lenzkirch ein Kalb gerissen. Das Umweltministerium Baden-Württemberg bestätigte, dass derselbe Wolf beide Angriffe verübt hatte. Es war nicht das erste Mal, dass das Tier für Aufsehen sorgte – es lebt seit 2019 in der Region, doch frühere Vorfälle waren weniger schwerwiegend ausgefallen.
Wölfe stehen in Deutschland unter strengem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes, was Eingriffe erschwert. Eine Erlaubnis zum Abschuss wird nur in Ausnahmefällen erteilt, etwa wenn ein Tier trotz präventiver Maßnahmen wiederholt Nutztiere reißt. In den jüngsten Fällen hatten die betroffenen Landwirte jedoch weder Elektrozäune noch Herdenschutzhunde eingesetzt – beides Schutzmaßnahmen, die der Staat zur Abschreckung von Wölfen fördert.
Aktuell leben im Schwarzwald nur vier bestätigte Wölfe, davon zwei im nördlichen Bereich Baden-Württembergs. Obwohl die Sichtungen in den letzten Jahren zugenommen haben – darunter ein männlicher Wolf bei Hornisgrinde und eine tote trächtige Wölfin im Breisgau-Hochschwarzwald – hat sich im südlichen Schwarzwald noch kein festes Rudel gebildet. Die geringe Anzahl ansässiger Wölfe bietet den Betroffenen jedoch wenig Trost.
Die Angriffe haben die Landwirte in Alarmbereitschaft versetzt, auch wenn die Behörden betonen, dass präventive Maßnahmen das Risiko verringern können. Da der Staat Unterstützung für Zäune und Schutztiere bereitstellt, rückt nun in den Fokus, ob die Nutztierhalter diese Schutzvorkehrungen tatsächlich umsetzen werden. Derweil ist der Wolf weiterhin auf freiem Fuß – und die Region bleibt in Habachtstellung.






