29 April 2026, 05:01

Berliner Theatertreffen feiert siebenstündige Bühnen-Epen und ausverkaufte Häuser

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit sichtbarem Text und einem Logo auf der Seite.

Berliner Theatertreffen feiert siebenstündige Bühnen-Epen und ausverkaufte Häuser

Deutschlands Theaterszene und die Tradition der Marathon-Aufführungen

Die deutsche Theaterlandschaft blickt auf eine lange Tradition extrem langer Bühnenproduktionen zurück. Während viele Inszenierungen bereits mehrere Stunden dauern, setzt sich der Trend zu ultra-langen Stücken fort – sowohl mit neuen als auch mit wiederbelebten Werken. Beim diesjährigen Berliner Theatertreffen, einem der renommiertesten Festivals des Landes, steht sogar ein siebenstündiges Epos auf dem Programm – und ist längst ausverkauft.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Berliner Theatertreffen, das seit 1964 jährlich stattfindet, präsentiert zehn herausragende Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die diesjährige Ausgabe (1. bis 17. Mai) zeigt unter anderem "Wallenstein: Ein Festmahl des Krieges in sieben Gängen" – eine siebenstündige Inszenierung der Münchner Kammerspiele. Die Tickets für das Festival, einschließlich dieses Monumentalwerks, waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen.

Langform-Theater hat in den deutschsprachigen Ländern eine lange Geschichte. Schon 1999 brachte Luk Perceval mit "Schlachten" beim Salzburger Festspiele eine zwölftündige Produktion auf die Bühne. Kürzlich zeigte das Schauspielhaus Bochum 2023 "Die Brüder Karamasow" in einer siebenstündigen Fassung. Nun holt die Berliner Volksbühne "Peer Gynt" zurück – ein Stück, dessen erster Teil in früheren Inszenierungen allein acht Stunden dauerte.

Nora Hertlein-Hull, die Leiterin des Theatertreffens, erlebte ihre erste ultra-lange Aufführung im Jahr 2007. Zwar führt der Deutsche Bühnenverein keine offiziellen Statistiken über Spieldauern, doch die Tradition bleibt lebendig. Während und kurz nach der Pandemie setzten viele Theater zwar auf kürzere, pausenlose Stücke – doch die Nachfrage nach Theater-Marathons ist ungebrochen, wie der rasche Ausverkauf des diesjährigen Theatertreffens zeigt.

Die Berliner Volksbühne wird "Peer Gynt" bald wieder auf den Spielplan bringen und die Tradition fortsetzen. Gleichzeitig beweisen Festivals und Spielstätten mit ihren langatmigen Produktionen, dass das Publikum für solche Ausnahmererlebnisse weiterhin begeistert ist.

Quelle