Berliner Olympia-Bewerbung scheitert an wachsendem Protest und Referendumsforderung
Enrico HerrmannBerliner Olympia-Bewerbung scheitert an wachsendem Protest und Referendumsforderung
Berliner Olympia-Bewerbung stößt auf wachsenden Widerstand
Die möglichen deutschen Bewerbungspläne für die Olympischen Spiele stoßen in Berlin auf zunehmende Ablehnung, wo Aktivisten eine Volksabstimmung über das Vorhaben erzwingen wollen. Die Kampagne NoOlympia, unterstützt von der Linken und den Grünen, hat mit der Sammlung von Unterschriften für ein Referendum begonnen. Unterdessen sind die politischen Führungskräfte uneins darüber, ob die Bürger das letzte Wort haben sollten.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und Sportstaatssekretär Kaweh Niroomand haben wiederholt Bedenken gegenüber einem Referendum heruntergespielt. Sie argumentieren, dass die Bewerbung der Stadt ohne Verzögerung vorangetrieben werden solle. Kritiker bestehen jedoch darauf, dass die Wähler befragt werden müssen, und verweisen auf die Ablehnung Hamburgs im Jahr 2015 – damals lehnten 51,6 Prozent der Bürger die Olympischen Pläne ab.
Eine Volksabstimmung in Berlin könnte aufgrund rechtlicher Fristen frühestens 2027 stattfinden. Selbst dann wäre eine Zweidrittelmehrheit im Abgeordnetenhaus erforderlich – eine Regelung, die oppositionelle Stimmen einbeziehen soll. Umfragen in anderen Regionen zeigen ein gespaltenes Bild: Während München und Nordrhein-Westfalen die Bewerbung mit etwa zwei Dritteln Zustimmung unterstützen, bleibt Hamburgs Haltung unklar.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird bis zum 26. September entscheiden, ob Deutschland eine Bewerbung einreicht. Falls Berlin den Zuschlag erhält, könnte das Projekt dennoch durch ein Referendum gestoppt werden – etwas, das Wegners Verwaltung zu vermeiden versucht.
Die DOSB-Entscheidung wird darüber bestimmen, ob Berlin seine olympischen Ambitionen weiterverfolgt. Doch selbst bei einer Auswahl könnte die Bewerbung 2027 noch einer Volksabstimmung unterzogen werden. Bis dahin sammeln Aktivisten weiter Unterschriften, während die Stadtführung Forderungen nach einem Referendum zurückweist.






