18 March 2026, 06:19

Berlin testet umstrittene KI-Überwachung für menschliches Verhalten in der Innenstadt

Eine Gruppe von Menschen geht eine Straße entlang mit Polizeibeamten, einige tragen Helme und haben Taschen oder Kameras bei sich, neben Fahrzeugen, Verkehrsampeln, Schildern, Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel.

Berlin testet umstrittene KI-Überwachung für menschliches Verhalten in der Innenstadt

Berlin wird bald die nächste Stadt sein, die ein umstrittenes KI-System testet, das menschliches Verhalten in öffentlichen Räumen überwacht. Entwickelt vom Fraunhofer-Institut, kann die Technologie Handlungen wie Schlägereien, torkelnde Bewegungen oder sogar Umarmungen erkennen – und wird bereits seit Jahren in Mannheim und Hamburg eingesetzt. Kritiker warnen, dass eine flächendeckende Einführung in der Berliner Innenstadt den Überwachungsdruck auf bestimmte Gruppen erhöhen könnte.

Die KI-Software, die ausschließlich vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung vermarktet wird, analysiert Videomaterial, um ein breites Spektrum menschlicher Bewegungen zu identifizieren. Sie erkennt, ob jemand sitzt, läuft, tanzt, sich übergibt oder einen Gegenstand trägt. Das System kann auch Personen auf Fahrrädern oder E-Scootern, Liegende oder Menschen, die eine andere Person festhalten, ausmachen.

In Mannheim kommt die Technologie bereits seit sieben Jahren zum Einsatz, Hamburg führte sie Anfang September ein. Die Mannheimer Polizei räumt jedoch ein, dass die KI die Arbeitsbelastung nicht verringert hat – stattdessen erzeugt sie häufig Fehlalarme, die Ressourcen binden. Die gesammelten Daten dienen vor allem der Verbesserung des Systems und weniger der direkten Polizeiarbeit.

Das neue Berliner Polizeigesetz schafft nun die rechtliche Grundlage für den Einsatz und die Schulung der KI. Polizeipäsidentin Barbara Slowik Meisel verteidigt die Pläne und argumentiert, das System werde die Effizienz steigern und helfen, das begrenzte Personal besser einzusetzen. Die Stadt strebt an, sich der wachsenden Liste von Kommunen anzuschließen, die die Verhaltenserkennungstechnologie testen.

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Bedenken bleiben hinsichtlich einer möglichen Ausweitung der Überwachung, insbesondere in stark frequentierten städtischen Bereichen. Bei einer breiten Einführung könnte die KI große Teile des Berliner Zentrums überwachen – mit Fragen zu Datenschutz und gezielter Beobachtung bestimmter Gruppen.

Das System ist bereits in zwei deutschen Städten im Einsatz, Berlin bereitet sich auf den Anschluss vor. Während die Polizei die Chancen zur Optimierung der Abläufe betont, bleibt die Auswirkung der Technologie auf Arbeitsbelastung und Bürgerrechte umstritten. Die rechtlichen Voraussetzungen sind nun geschaffen und ebnen den Weg für weitere Tests in der Hauptstadt.

Quelle