11 January 2026, 04:40

Bausparmarkt kühlt nach Rekordjahren spürbar ab – was das für Sparer bedeutet

Ein hölzernes Haus mit einer hölzernen Tür auf der linken Seite und einem Glasfenster auf der rechten Seite.

Weniger neue Bausparverträge - Branchenberichte normalisieren - Bausparmarkt kühlt nach Rekordjahren spürbar ab – was das für Sparer bedeutet

Bausparsektor in Deutschland verliert nach starkem Nachfrageanstieg an Fahrt

Nach einem deutlichen Anstieg der Nachfrage flaut der deutsche Bausparmarkt nun spürbar ab. Die Abkühlung folgt auf einen Boom, der in den vergangenen Jahren durch steigende Zinsen ausgelöst wurde. Branchenexperten erwarten nach einer ungewöhnlich lebhaften Phase für Kreditgeber und Sparer nun eine ruhigere Zeit.

Der Run auf Bausparverträge begann Mitte 2022, als sich Kreditnehmer vor weiter steigenden Finanzierungskosten schützen wollten. Die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank veranlassten viele, sich über diese Sparpläne günstigere Konditionen langfristig zu sichern. Solche Verträge kombinieren eine Sparphase mit einem späteren zinsgünstigen Darlehen und bieten so finanzielle Planungssicherheit in einem unberechenbaren Marktumfeld.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 schlossen die öffentlichen Bausparkassen 297.000 neue Verträge mit einem Volumen von 16,5 Milliarden Euro ab. Das entspricht einem Rückgang um 13,9 Prozent bei der Vertragszahl und um 20,8 Prozent beim Gesamt-Sparvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch private Anbieter melden weniger Neuabschlüsse – ein Zeichen für eine breite Marktberuhigung. Die Branche bleibt stark in Baden-Württemberg konzentriert, wo vier große Institute ansässig sind: die Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, die LBS Landesbausparkasse Süd, die Wüstenrot Bausparkasse AG und die Deutsche Bausparkasse Badenia AG. Zusammen entfielen auf sie 2024 über 60 Prozent aller neuen Bausparverträge in Deutschland. Öffentliche Bausparkassen decken etwa ein Drittel des Marktes ab, private Anbieter den Rest.

Aktuell bieten die Verträge Kreditnehmern Darlehenszinsen zwischen 0,45 und knapp unter 2,5 Prozent – abhängig von Tarif und Sparlaufzeit. Zum Vergleich: Bei klassischen Hypothekenkrediten müssen gut qualifizierte Kreditnehmer mittlerweile Festzinsen von über 4 Prozent für zehn Jahre und länger zahlen. Dieser Unterschied erklärt, warum viele Bausparverträge weiterhin als Mittel sehen, um künftige Kreditkosten zu senken.

Die aktuelle Abkühlung spiegelt eine Rückkehr zu normaleren Bedingungen nach Jahren hoher Nachfrage wider. Da sich die Zinsen nun stabilisieren, fühlen sich weniger Haushalte gedrängt, schnell noch Verträge abzuschließen. Wie es für den Sektor weitergeht, hängt davon ab, wie sich die wirtschaftliche Entwicklung auf die langfristige Finanzplanung deutscher Haushalte auswirkt.