Baden-Württemberg setzt neue Akzente in der Zusammenarbeit mit der Schweiz bis 2030
H.-Dieter ReuterBaden-Württemberg setzt neue Akzente in der Zusammenarbeit mit der Schweiz bis 2030
Baden-Württemberg aktualisiert Schweiz-Strategie zur Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
Baden-Württemberg hat seine Schweiz-Strategie überarbeitet, um die Beziehungen zum Nachbarland weiter auszubauen. Der neue Plan, den die Landesregierung am 8. Juli 2025 verabschiedet hat, schafft einen klareren politischen Rahmen für die Zusammenarbeit. Ziel ist es, wirtschaftliche, arbeitsmarktbezogene und lebensraumrelevante Verbindungen entlang der gemeinsamen Grenze zu erweitern und die Kooperation in zentralen Bereichen zu vertiefen.
Die Strategie konzentriert sich auf vier Schwerpunkte: wirtschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit, nachhaltige Mobilität, Wasserstoffinfrastruktur sowie demokratische Partnerschaften. Im Technologiebereich will Baden-Württemberg die Zusammenarbeit mit Schweizer Partnern intensivieren, insbesondere in Zukunftsfeldern wie künstlicher Intelligenz. Zwar werden keine konkreten KI-Projekte genannt, doch die Strategie betont Innovation als gemeinsames Ziel.
Im Verkehrssektor soll die Hochrheinbahn bis 2027 vollständig elektrifiziert werden. Dadurch entsteht eine durchgehende Expressverbindung zwischen Basel und St. Gallen, die den grenzüberschreitenden Verkehr deutlich verbessert. Ein weiteres zentrales Vorhaben ist der Aufbau einer Wasserstoff-Pipeline entlang des Hochrheins, die das baden-württembergische Netz mit dem Schweizer System verknüpft.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann unterstrich die Bedeutung der Partnerschaft und bezeichnete sie als entscheidend für die Wirtschaft und Forschung der Region. Staatssekretär Florian Haßler ergänzte, Baden-Württemberg fungiere als Brücke zwischen der Schweiz und der EU. Er verwies auf die Beteiligung der Schweiz am EU-Forschungsprogramm Horizon Europe als wichtigen Schritt für die gemeinsame Forschungsarbeit.
Die Strategie stärkt zudem die demokratischen Bindungen. Neue grenzüberschreitende Beteiligungsformate sollen den politischen Dialog fördern und die gemeinsamen Werte beider Regionen festigen.
Die überarbeitete Schweiz-Strategie bietet bis 2030 einen strukturierten Fahrplan für die Zusammenarbeit. Im Fokus stehen wirtschaftliches Wachstum, bessere Verkehrsanbindungen, Energieprojekte und ein engerer politischer Austausch. Als nächste Schritte sollen die Pläne in konkrete Initiativen zwischen Baden-Württemberg und Schweizer Partnern umgesetzt werden.






