24 May 2026, 04:22

AfD-Pläne in Sachsen-Anhalt lösen Alarm bei Bildung, Polizei und Gesellschaft aus

Sachsen-Anhalt vor der Wahl: Warnungen vor AfD-Regierungsbeteiligung und deren Folgen für Bildung, Gleichheit und Polizei

AfD-Pläne in Sachsen-Anhalt lösen Alarm bei Bildung, Polizei und Gesellschaft aus

Die Warnungen vor einem möglichen Regierungsantritt der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen-Anhalt werden immer lauter. Mehrere Institutionen äußern Besorgnis über die Pläne der Partei, das Bildungssystem, die Polizei und zivilgesellschaftliche Einrichtungen grundlegend umzugestalten. Kritiker befürchten, dass die vorgeschlagenen Reformen zu Personalmangel, politischer Einflussnahme und einer einseitigen Ausrichtung an nationalistischen Idealen führen könnten.

Besonders scharf wird die Bildungspolitik der AfD kritisiert. Die Partei will die Schulpflicht abschaffen, den Unterricht stärker auf „Heimatkunde“ ausrichten und inklusive Klassenzimmer beenden. Malte Gerken von der Bildungsgewerkschaft GEW warnte, dies könnte den Lehrkräftemangel verschärfen und die gesellschaftliche Spaltung vertiefen. Eva Gerth, Landesvorsitzende der Gewerkschaft, ergänzte, dass sich bei einer AfD-Regierung möglicherweise weniger Forscher und Studierende für Sachsen-Anhalt entscheiden würden.

Auch die Landeszentrale für politische Bildung soll abgeschafft und durch ein neues „Landesinstitut für politische Bildung und kulturelle Identität“ ersetzt werden. Maik Reichel, der aktuelle Leiter der Behörde, befürchtet, dass diese Umstrukturierung zu einer stark ideologisch geprägten Bildungs- und Kulturpolitik führen könnte.

In der Polizei betonte Nancy Emmel, stellvertretende Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Sachsen-Anhalt, dass Beamte sich an Gesetze – nicht an politische Vorgaben – halten müssten. Sie forderte klare rechtliche Verfahren und starke Führungsstrukturen, um Einflussnahme zu verhindern. Emmel mahnte zudem, eine künftige Regierung müsse die Unabhängigkeit der Polizei wahren und auf Druck auf die Beamten verzichten.

Zudem stehen Gleichstellungsstrukturen auf dem Spiel: Sarah Schulze, die amtierende Landesgleichstellungsbeauftragte, warnte, die AfD wolle ihr Amt abschaffen und durch eine „Familienbeauftragte“ ersetzen.

Die geplanten Reformen der AfD lösen Sorgen über Bildungsstandards, polizeiliche Autonomie und zivilgesellschaftliche Institutionen aus. Sollten sie umgesetzt werden, könnten sie den öffentlichen Sektor in Sachsen-Anhalt grundlegend verändern – mit weniger Vielfalt an Schulen, veränderter Kontrolle über die Strafverfolgung und einer eingeengten Kultur- und Bildungspolitik. Institutionen bereiten sich bereits auf mögliche rechtliche und operative Herausforderungen vor.

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