50.000 feiern und kämpfen beim CSD Lissabon gegen wachsende LSBTIQ+-Feindlichkeit
Enrico Herrmann50.000 feiern und kämpfen beim CSD Lissabon gegen wachsende LSBTIQ+-Feindlichkeit
Lissabons 27. CSD-Demo startete mit 50.000 Teilnehmer:innen gegen wachsende Bedrohungen
Am Samstag begann um 17:00 Uhr der 27. Christopher Street Day (CSD) Lissabon vom Marquês-de-Pombal-Platz aus. Rund 50.000 Menschen – Aktivist:innen, Familien und Unterstützer:innen – versammelten sich unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“. Die Veranstalter:innen warnten vor einer Zunahme von Angriffen auf LSBTIQ+-Rechte in Portugals sich wandelndem politischen Klima.
An der Demonstration beteiligten sich 17 queere, feministische und antirassistische Gruppen. Helder Bértolo, einer der Organisator:innen, verwies auf aktuelle Bestrebungen im Parlament, das Gesetz 38/2018 rückgängig zu machen, das die geschlechtliche Identität und Ausdrucksform schützt. Viele Teilnehmende äußerten die Sorge, dass ihre Rechte zunehmend ausgehöhlt würden.
Joana Mortágua vom Linksblock (Bloco de Esquerda) bezeichnete die Veranstaltung als „bittersüß“, da sie in einer Phase stattfinde, in der hart erkämpfte Freiheiten zurückgedrängt würden. Der Abgeordnete Paulo Muacho von der Partei Livre rief zu Solidarität auf und verwies auf eine zunehmend radikalisierte Rechte, die LSBTIQ+-Personen gezielt angreife. Auch das CSD-Organisationskomitee teilte diese Befürchtungen und betonte, dass das aktuelle politische Umfeld queere Menschen und ihre Familien in Gefahr bringe.
Trotz der Herausforderungen herrschte eine kämpferische Stimmung: Mit Transparenten, Sprechchören und bekräftigten die Teilnehmenden ihren Einsatz für Sichtbarkeit und Widerstand. Die Organisator:innen erwarten für das nächste Jahr noch größere Teilnehmer:innenzahlen.
Der CSD 2024 war zugleich Feier und Protest. Mit Rekordbeteiligung und einer klaren Botschaft des Widerstands unterstrich die Veranstaltung den Willen der Community, ihre Rechte zu verteidigen. Sowohl Organisator:innen als auch Politiker:innen betonten, wie wichtig es sei, angesichts politischer Bedrohungen wachsam zu bleiben.






